Was tun mit den Schenkenden?

Brief-Großeltern

Spielzeugfrei ist ja schön und gut im Mikrokosmos Familie. Weihnachten ist auch händelbar, so unter uns. Aber wir sind nicht allein auf der Welt, es gibt viele liebe Menschen, die uns und vor allem den Kindern so gerne eine Freude machen – und dies bringen sie meistens in Form von kleinen und größeren Geschenken mit. Die „abgeschwächte“ Form davon ist Süßkram. Der liegt zwar nachher nicht rum aber dem Zucker stehen wir ja auch sehr kritisch gegenüber.

Es steckt natürlich, wie immer, noch viel mehr dahinter. Die Kinder haben z.B. schnell eine Erwartungshaltung entwickelt, wenn ihr Patenonkel oder enge Freunde der Familie, die wir nur selten sehen, uns besuchen kommen. „Hast du uns was mitgebracht…???“ heißt es dann kurz nach dem Hallo. Verständlich, denn es wird tatsächlich immer etwas mitgebracht. Die Kinder freuen sich aber natürlich auf den Menschen. Vorher heißt es tagelang „Wann kommt K.?“, „Wieviel mal schlafen noch, bis L. uns besucht?“. Nie fragen sie „Was bringen uns M. und A. wohl mit?“. Besuch bedeutet Freude, gutes Essen, viel Lachen und Extraportionen Vorlesen, Spielplatz und Kuscheln. Wozu dann noch das Playmomännchen? Wozu die Haribotüte am Geschenk?

Bei uns sind die größten Schenker die Großeltern. Wir wollten noch nie, dass unsere Kinder im Spielzeug ertrinken und besonders die Kleinigkeiten („Ist doch nur eine Kleinigkeit“) sind besonders schwer zu vermeiden. Obwohl wir immer wieder gesagt haben, dass wir den Kindern nicht so viel schenken möchten, dass sich jeder doch bitte auf maximal ein Geschenk beschränken möge, kamen immer wieder viele Geschenke, ungefragte Geschenke, zusammen mit Klimbim, Keksen und Dingelchen, die nachher im Zimmer herumflogen. Einfach nur mit freundlichen Hinweisen scheint es nicht zu gehen. Daher haben wir den internetfernen Großeltern nun einen Brief geschrieben und bauen darauf, dass unsere Freunde den Blog lesen und unseren Ernst bei der Sache dadurch mitbekommen.

In dem Brief haben wir unsere Beweggründe erläutert und dabei in den Vordergrund gestellt, dass wir uns für die Kinder wünschen, unabhängig aufzuwachsen und sich nicht über ihren Besitz zu definieren. Dass es schwer fällt, ist uns klar. Erstens ist es Gewohnheit, zweitens möchten sie die unmittelbare Rückmeldung der Kinder (Freude, Dankesrufe, Umarmungen, strahlende Gesichter) natürlich auch nicht missen. Die gleichen Reaktionen gibt es aber auch beim Spielplatzbesuch, beim Toben mit Opa, beim Vorlesen mit Oma (ja, das ist so klar verteilt…). Wir geben uns allen also etwas Zeit uns daran zu gewöhnen.

Wir haben es diesmal schriftlich gemacht, um der Bitte mehr Gewicht zu verleihen, Missverständnisse zu vermeiden und es ein für allemal vom Tisch zu haben. Das muss natürlich jeder für sich entscheiden, je nachdem welcher Art die Beziehung zu den Schenkenden ist, ist natürlich auch oft eine klare (mündliche) Ansage ausreichen. Geht es um konkrete Anlässe wie Geburtstage, wird ja meistens nach den Wünschen gefragt. Hier kann man ganz direkt reagieren und antworten. Zu M.s erstem Weihnachten hat z.B. meine Cousine gefragt, was wir uns für ihn wünschen. Wir wünschten uns Bastelsachen und bekommen haben wir eine wunderschöne Holzkiste, in die sie mit Lötkolben „M.s Bastelkiste“ eingebrannt hatte, gefüllt mit schönen, ökologischen Bastelsachen von Kleber über Knete und Wachsmalstiften zu Transparentpapier. Ein traumhaftes Geschenk, das bis heute in Benutzung ist und immer wieder liebe Gedanken an die Schenkerin weckt. Eine selbstgebaute Holztruhe vom Opa war auch sehr ge- und erwünscht, genauso wie Fahrräder etc., die man gut mit mehreren zusammen schenken kann.

Gut ist es, noch ein paar Schlupflöcher, also dauerhafte Alternativen, parat zu haben, wenn jemand wirklich gar nicht mit leeren Händen kommen mag und nicht extra vorher nach Wünschen fragt. Das sind bei uns an erster Stelle Zeit – also Ausflüge mit den Kindern, Spielplatzbesuche, Museum, Zoo usw., außerdem (gewünschte) Bücher, Bastelmaterialien (die wir immer brauchen, die sich verbrauchen) wie Blöcke, Ausmalbilder, Klebestifte usw. und, im Süßigkeitenbereich, Trockenobst (z.B. Apfelringe, die kaufen wir selten weil sie so teuer sind…).

Als kleine Inspiration könnt ihr hier Auszüge aus unserem „Großelternbrief“ lesen:

„Liebe Großeltern,

wie ihr ja alle schon mitbekommen habt, sind wir gerade dabei, einige Dinge in unserer Familie zu ändern. Das erste ist die Menge (Flut!) an Spielzeug, das die Kinder überwältigt und völlig kirre macht.
Wir haben, zusammen mit M. und E., in den letzten Tagen das Kinderzimmer komplett leer geräumt. ALLES SPielzeug ist jetzt in Kisten verstaut und außer Reich- und Sichtweite. Die Kinder haben sich jeder eine Sache ausgesucht (aktuell E.s Babypuppe und die Duplosteine), die sie behalten wollten. Sie durften jeder drei, wollten aber nur eins… Außerdem sind die weichen großen Bausteine und die Tobematte noch da, ihre Schreibtische mit einer überschaubaren Menge an Stiften und Bastelsachen und die Verkleidungskiste.
Die Vereinbarung ist, dass sie immer eine Sache gegen eine andere tauschen können, wenn es ihnen langweilig wird damit.
So hoffen wir, dass wesentlich mehr Ruhe ins Spiel und in unseren Alltag kommt und wir mehr schöne Zeit haben und nicht so viel Zeit fürs Aufräumen vergeuden müssen. Denn das ist in letzter Zeit unüberschaubar geworden.
Als zweiten Schritt zieht dies natürlich nach sich, dass auch nicht so viel nachkommt. Wir wünschen uns von euch, dass ihr diesen Wunsch respektiert und bitte NICHTS mehr schenkt. Bei Besuchen freuen sich die Kinder über euch – sie brauchen dann nicht noch Geschenke, Süßigkeiten und Kleinkram. 
Für Weihnachten bedeutet das:
E. und M. bekommen von uns einige wenige Geschenke, die sie sich gewünscht haben bzw. brauchen.
Wir wären sehr glücklich, wenn es bei diesen Dingen bleiben würde. Sehr gerne könnt ihr euch daran beteiligen. Wir können auch gerne einfach alles zusammen schenken und dieses starre Zuordnen (das ist von dem, das ist von dem) lassen. Im gleichen Zug würden wir euch bitten, den Kindern Dinge möglichst gemeinsam zu schenken (Roller, Lego, Bücher etc.). Wir haben so viel Streit wegen „mein und dein“ und sie haben schon genug, was eindeutig zugeordnet ist.
Uns als Familie schenken wir zu Weihnachten Zeit in Form von Ausflügen und/oder Ferien. Auch der Adventskalender wird ohne Geschenke auskommen.
L. und ich wünschen uns damit einhergehend auch nichts – wir machen das mit den Kindern zusammen :).“
Wie unser Adventskalender dieses Jahr aussieht, erfahrt ihr bald hier im Blog!

13 Gedanken zu “Was tun mit den Schenkenden?

  1. Ich finde den Brief sehr gut formuliert – wenn ich auch weiß dass ich bei dem identischen Brief auf Unverständnis bis hin auf Ablehnung stoßen würde. In unserer Familie bin ich (mit meiner Familie (mein Mann und ein zweijähriger P) ) die einzigen die weder Wert auf Prestige noch wert auf übermäßigen Besitz legen. Spielzeug gibt es hier auch nur sehr wenig – dafür bedacht und ausgesucht. So bin ich (unbeliebter Weise) dazu übergegangen genaue ‚Anweisungen‘ zu geben was geschenkt werden darf und was nicht. Und das beschränkt sich auf die aktuell gewünschten Ostheimer Tiere (es gibt eine Liste von der sich jeder der will gern ein Tier aussuchen darf), Erweiterung der Duplo Kiste, Bücher und Puzzle. Unser Adventskalender besteht aus täglichen Geschichten und „Events“. Allerdings haben die Großeltern auch einen angelegt. ..das ist nun das erste mal… wir werden sehen in wie fern da Gesprächsbedarf entsteht
    😀

    1. Hallo, vieles in dem Brief und dem Text spricht mir aus der Seele. Ich habe seit jeher z.B. die Großeltern gebeten, diese ständigen Mitbringsel zu unterlassen, vor allem die blöden, billigen Plastiksachen. Es ist unglaublich schwierig und konfliktbeladen in unserer Familie, weil sie diese Mitbringsel als Ausdruck ihrer Liebe betrachten (und sie sehen die Enkel ja sowieso so wenig, weil sie so weit weg wohnen… da muss doch ein Mitbringsel möglich sein…), weil sie überhaupt kein Verhältnis zu Umweltschutz haben (glaube ich, mein Mann sieht es vielleicht anders) und weil sie die Ablehnung der Mitbringsel durch mich Schwiegertochter als Angriff und Ablehnung ihrer Personen betrachten. Ich habe es immerhin geschafft mittlerweile, dass die Mitbringsel meistens Bücher sind. Nur noch selten wir davon abgewichen. Immerhin.

      Ich muss allerdings sagen, dass ich es auch selbst als Schenkende gar nicht so einfach finde, mich immer daran zu erinnern, dass ich eigentlich nicht so viel schenken möchte und v.a. sinnvolle Sachen, umweltfreundlich wenn möglich. Bei mir liegt das z.T. an der Zeit (vier Kinder), z.T. daran, dass es natürlich einfacher ist, noch diese nette Kleinigkeit und noch diese zu kaufen als daran vorbeizugehen und sich länger Gedanken zu machen. Manche Sachen habe ich aber auch schon ganz gut verinnerlicht: z.B. habe ich das Playmobil-Großgeschenk zum letzten Geburtstag second hand gekauft. Aber ansonsten muss ich mich wirklich auch immer wieder selbst disziplinieren…

  2. Ganz spannend finde ich den Gedanken, die Geschenke weder einzelnen Schenkern noch Beschenkten zuzuordnen! Darüber muss ich noch mehr nachdenken. Und gut, dass zum Adventskalender noch was kommt – danach wollte ich schon fragen.
    Wie macht ihr Eltern es denn mit Geschenken füreinander? Ich überlege nämlich gerade, wie ich meinem Mann z.B. Zeit schenken könnte, wo doch unsere Einjährige über unsere Zeit regiert…

  3. Hallo,
    Ich finde das einen mutigen Schritt, der auch bei uns auf viel Widerspruch stoßen würde. Allerdings stellt sich bei uns die Frage nach dem Geschenkezuordnen wenigstens an Weihnachten nicht. DAS IST VOM CHRISTKIND!
    Für die Grosseltern war es natürlich schwer, dass die Kinder sich Weihnachten nicht bei ihnen bedankten, ich fand es aber unheimlich erfrischend, dass dieses Konkurrenzdenken der Großeltern einmsl im Jahr einfach wegfiel.
    Wir sind auch schon Spuelzeugreduziert und ich gebe vor, was in etwa gebraucht, gewünscht, ersehnt wird. Es klappt mal besser und mal nicht…

  4. Mein Mann und ich schenken uns gegenseitig geplante Zeit. Also morgens eine Einladung zum Brunch, Nachmittags Sauna und abends ein Konzert. Das gab’s letztes Jahr. Natürlich als Überraschung. Was genau passiert im Detail erfährt der andere meistens erst am Tag selber. Letztes Jahr wusste er zB nur vom Konzert

  5. Hallo. Mir gefällt dein Artikel hier sehr gut. Ich muss aber sagen, dass ich gerade echt froh über meine Familie. Meine Mama bringt immer etwas mit, wenn sie ihre Enkeltöchter besucht, allerdings ist es immer leckeres Bioobst. 🙂 Auch wenn unser Spielzimmer momentan recht voll ist, weil wir umgezogen sind und ich erstmal einfach alle Spielsachen darein geräumt habe, finde ich es total gut Spielsachen einfach mal weg zu räumen und öfter aus zu wechseln. Die Kinder freuen sich meistens so sehr darüber, als wären es neue Spielsachen. Meine Familie und auch die meines Mannes praktizieren zum Glück schon immer die Ein-Geschenk-Methode. Und die Geschenke sind immer toll. Ich habe mir angewöhnt immer in der Weihnachtszeit groß das Kinderzimmer aus zu misten und quasi leer zu räumen. Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß mit eurem Weg. 🙂

  6. Ansich finde ich es gut und wichtig, dass Kinder nicht in Spielzeug ersticken. Wir dachten bei unserem ersten Kind anfangs auch, wir könnten unserer (wirklich) großen Familie unsere Haltung rüberbringen und haben auf Verständnis gehofft. Aber gerade die älteren Herrschaften (Kriegsgeneration) die früher eben kaum selber Spielsachen (unter anderem) hatten tut sich schwer mit unserer Bitte – weshalb wir das Ganze mittlerweile lockerer sehen und immer wieder etwas wegräumen und nach einer Zeit wiederholen und auch immer wieder Spielzeug spenden (für Flüchtlinge, etc.)

    Was mir außerdem noch spontan einfällt: Kennt ihr das empfehlenswerte Buch „Die 5 Sprachen der Liebe“? Es würde den Rahmen hier sprengen, das Konzept zu erklären; nur soviel dazu: manche Menschen drücken durch Geschenke ihre Liebe für den anderen aus und ja, auch durch materielle Geschenke. Einfach mal lesen 🙂

  7. Hallo,
    ich freu mich dass ich deinen/euren Blog gefunden habe. Ich versuche seit 3 Jahren mein leben drastisch zu minimalisieren, wenn man in unsere Wohnung kommt sieht man das wahrscheinlich kaum 😉 Die Kindersachen sind dabei echt ein Langzeitprojekt. Ich hatte mal einen Gastartikel auf meinem Blog, der sich genau mit den Großeltern beschäftigt, vielleicht hast du mal lust ihn zu lesen thttp://suchtdasglueck.at/gastbeitrag-geschenkeflut-vermeiden-weniger-ist-mehr-im-kinderzimmer-3/ Ich denke ich werde über deinen Artikel in nächster Zeit was schreiben, ich bin grundsätzlich deiner Meinung habe aber komplett die Richtung geändert, ich glaube auch, dass Großeltern ihre Liebe unteranderem durch Schenken zeigen und dass es eher Streit und Unmut erzeugt, wenn man es komplett unterbinden will. Inzwischen habe ich mit viel Geduld so weit den Boden bereitet dass wir nahezu nur mehr Gebrauchtes bekommen und beim letzten Familiengeburtstag hat es erstaunlicherweise tatsächlich geklappt, dass alle Verwandten sich an meine 3Geschenke-Regel gehalten haben. Da war ich kurz so verdutzt, dass ich kurz das Gefühl hatte, vielleicht ist das zu wenig? So ist das trotz meiner Einstellung schon bei mir eingebrannt. Aber wars natürlich nicht.

    Ich werde hier jetzt sicher öfter vorbei kommen und bin jetzt sehr motiviert auch wieder mehr zu den Spielsachen zu schreiben.

    lg Birgit

    http://suchtdasglueck.at

    1. Liebe Birgit, den Artikel habe ich tatsächlich schon gelesen auf der Suche nach Inspiration für unsere Entscheidung und die Umsetzung! Danke, dass du ihn mir nochmal in Erinnerung gerufen hast!
      Es ist vor allem für die Großeltern eine große Umstellung, aber ich bin mir (noch) sicher, dass sie das schaffen. Gerade wenn man sich nicht tatsächlich sieht (wir feiern Weihnacht zu viert) sollte es gut möglich sein, die Geschenkezahl zu reduzieren. Für dieses Jahr haben wir jedenfalls das Versprechen zum Mitmachen bekommen 🙂

  8. Zufällig über den Blog gestolpert. Ich lese und staune. (Naja, so sehr staune ich auch wieder nicht…)
    Aber ich will kurz aus einem ziemlich anderen Mikrokosmos (in dem beispielsweise gern von der ganzen Familie gemeinsam Schokolade genascht wird und in dem Spielzeug in der ganzen Wohnung vorkommt) meine Gedanken zum Thema schildern: Oma und Opa bauen wirklich häufig auch über Materielles eine Beziehung zu den Enkeln auf. Sie bringen damit auch ganz nebenbei einen Teil von Weltsicht in das Leben der Kinder, den die Eltern nicht teilen. Unser Kind bekam zu Weihnachten beispielsweise von Oma+Opa 1 zwei Figuren für die waldorfmäßige Holzkrippe und ein selbstkomponiertes Lied auf einem Notenblatt und von Oma+Opa2 ein Traktorshirt von Kik und ein Plastikauto mit Leuchteffekten. Beides hätte das Kind von uns nicht bekommen.
    Ich finde nicht, dass wir Eltern Maß aller Dinge für unsere Kinder sein wollen sollten. Wer sind wir, Omas und Opas (oder anderer Leute) Zuwendungen zu regulieren? Das Kind gehört uns nicht, und es lebt in einer vielfältigen, von uns nicht regulierbaren Welt. Grenze wäre für mich erst, wo Werte berührt werden. Eine noch so nett gemeinte Spielzeugwaffe dürfte mein Kind beispielsweise nicht benutzen. Nun kann man sicher argumentieren, dass auch durch nicht von den Eltern explizit gewünschte Bücher Werte berührt würden, aber ich fände das sehr eng gefasst.
    Mein Fazit: Entspannt euch, lasst „fremden“ Einfluss rein (ich hätte nicht gedacht, dass ein Plastikauto mit Leuchteffekten so spannende Rettungswageschichten anregen würde) und versucht nicht so viel zu kontrollieren.

    1. @Feli: Es geht für mich dabei nicht ums „Entspannt sein“ oder Kontrolle um der Kontrolle willen.

      Ich finde es gerade für unsere Kinder wichtig – und das sind eben die Werte, die durch übermäßiges Schenken m.E. verletzt werden! -, zu lernen, dass Ressourcen endlich sind und dass es vielen anderen Menschen auf der Welt wesentlich schlechter geht als uns, dass es notwendig ist, darüber nachzudenken, wer das billige Kik-T-Shirt hergestellt hat und unter welchen Bedingungen, wo die Umwelt durch den Leuchteplastikrettungswagen verschmutzt wird usw….

      Unsere Kinder werden auf keinen Fall so weitermachen können wie wir: immer mehr, immer höher, immer weiter, ewiges Wachstum… Sie jetzt durch permanente Geschenke jedweder Art die Erfahrung machen zu lassen, dass das „normal“ ist, finde ich falsch. Aber gerade weil es ja auch wichtig ist, die Beziehung zu den Großeltern zu pflegen, ist das eine Gratwanderung. Aber zu sagen: hey, entspannt Euch, kontrolliert doch nicht so viel, das vermeidet zwar Konflikte, aber es führt dazu, dass es weiter Berge von ungenutztem, ungewolltem und irgendwann weggeworfenen Spielzeug in den Kinderzimmern gibt. Und das finde ich gegenüber der nächsten Generation verantwortungslos.

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