Was bedeutet spielzeugfrei (für uns)?

Ein Begriff – eine Schublade – und plötzlich fangen die Leute an, sich zu fragen, ob sie „es richtig machen“. Wie so viele andere Erziehungsstile und -bewegungen sollte auch hier jede Familie für sich selbst die Regeln aufstellen. Jede/r hat andere Beweggründe, die zu spielzeugfrei führen.

Bei uns war es insgesamt ein Hang zu weniger Zeugs, auch in der restlichen Wohnung, regelmäßige Wutanfälle beim Betreten des Kinderzimmers, eine ausgeprägte Aversion gegen Aufräumen bei allen Beteiligten und der Wunsch der Eltern, Kinder aufwachsen zu sehen, die nicht so stark geprägt sind vom Konsumdenken und ihre Spielsachen wertschätzen. Here Ziele.

Für uns sieht spielzeugfrei erstmal so aus (es wird sich bestimmt noch öfter ändern und anpassen):

Alles Spielzeug ist ordentlich in beschrifteten Kisten und außer Reichweite der Kinder verstaut. Wir haben keinen großen Keller oder Dachboden und wollten auch unser Wohn- und Schlafzimmer nicht total vollstellen, deshalb ist tatsächlich das meiste im Kinderzimmer auf einem großen Schrank geblieben. Wir werden sehen ob das so funktioniert, sonst quetschen wir es doch noch in den Keller (oder sortieren aus…).

Geblieben ist die Kuschel- und Leseecke mit Büchern, die Verkleidungskiste und die Kinderschreibtische mit einem sehr übersichtlichen Angebot und Mal- und Bastelmaterial.

Die Kinder dürfen jedes drei Spielzeuge aussuchen, die sie „unten“ im Zimmer haben wollen. Wenn eins durchgespielt ist, tauschen sie es gegen ein anderes ein (allerdings machen wir das nicht täglich, sondern vielleicht ein Mal die Woche. Wenn überhaupt.). Das kann dann z. B. so aussehen, dass mein Sohn M. (6 Jahre) die Duplosteine hat, ein Kuscheltier und ein selbstgebautes Holzflugzeug und meine Tochter E. (4 Jahre) ihre Babypuppe mit einigen Kleidern und dem Puppenbett (das zählt als ein Teil). Und das tolle: Natürlich spielen sie zusammen mit allem, was gerade im Zimmer ist und zwar spielen sie jetzt viel mehr zusammen mit den Dingen als früher. Aber dazu mehr im Blog.

Wir versuchen schon, die Kinder jetzt (noch) aktiver mit einzubinden, gehen sehr viel raus, backen und kochen zusammen oder basteln, lesen vor…

Und die große Hoffnung: Ruhigere Kinder, die sich lange konzentrieren können, die sich von ihrem Spielzeug nicht einengen lassen , sondern es nach ihren Wünschen zu dem machen, was sie brauchen. Kinder, die Geschenke nicht zählen, sondern ihre Sachen wertschätzen und teilen. Klingt so schön…

Hier findet ihr einen Artikel über unseren Anfang und

hier ist noch einer mit einem Fazit nach einem guten Monat spielzeugfrei!