Spielzeugfreies Badezimmer

Badewanne-GießkanneSpielzeug im Badezimmer? Naja, in der Badewanne wollen die Kinder sich ja nicht entspannt bei Kerzenschein zurücklegen. Sie wollen planschen und spielen. Um sie (und das Wasser) dabei möglichst innerhalb der Wanne zu halten, haben wir ihnen ganz schnell alles mögliche Spielzeug dazu gegeben. Mein persönliches Lieblings-Fail dabei: diese kleinen Gummi-Spritztiere! – Ekelhaftes Material, die Kinder kapieren den Mechanismus überhaupt nicht und außerdem BLEIBT DAS WASSER DANN NATÜRLICH NICHT IN DER BADEWANNE.

Mittlerweile bin ich auch hier der Überzeugung, dass Kinder zum Baden kein Spielzeug brauchen, sondern Zeug (das ihr schon habt) zum Spielen. Mal ganz abgesehen von diesem fürchterlichen, weichgemachten Gummi, mit dem die Kinder am liebsten gar nicht und schon mal ganz überhaupt nicht nackt in Berührung kommen sollen. Gerade mit den Spritztieren wird dann auch mal gerne in den Mund gespritzt… bäh!

Also, hier kommen unsere Lieblinge für spielzeug- und möglichst schadstofffreien Badespaß:

  1. BadespielzeugAuf Platz 1 ganz klar leere Shampooflaschen. Zum Umfüllen, Wasser über den Kopf gießen, Spritzen (es geht einfach nicht ohne), schwimmen lassen, untergehen lassen. Wer hätte gedacht, was man alles mit einer leeren Shampooflasche anstellen kann? Noch besser sind zwei – dann kann man besser umfüllen. Oder drei. Oder vier… Also, NUR Shampooflaschen wäre eigentlich schon OK. (Die herkömmlichen Plastikflaschen sind nun natürlich auch nicht gerade der Ökohit. Meine ist von einem ultrateuren Bioshampoo und aus Hartplastik, da hab ich ein vergleichsweise gutes Gefühl. Besser als Weichgummispritztiere sind sie allemal.
  2. Badewannen-BootPlaymobil-Männchen. Hätte ich nie gedacht, aber die haben sich die Kinder bald selbst geholt und spielen damit versonnen beim Baden. Sehr süß und auch sehr ruhig. Es sei denn, ein Männchen springt immer aus der Wanne und muss wieder reingeholt werden…
  3. Gießkanne. Wir haben im Schwimmbad mal so eine kleine Plastikgießkanne gefunden und unser Mädchen hat sich so innig verliebt, dass wir sie mitgenommen haben, als der Besitzer nicht auffindbar war. Eine zweite musste schnell für den Bruder einziehen und sie machen ähnlich viel Spaß wie die Shampooflaschen.
  4. Waschlappen. Zum Auswringen, Füllen, Schwimmen lassen, anderen an den Kopf werfen…

BadefarbenMehr braucht’s eigentlich nicht. Was die Kinder sonst noch sehr lieben, sind Badezusätze, besonders die Badewasserfarben. Knisterbad ist für kleinere Kinder oft etwas Unheimlich… Badeknete haben wir auch ausprobiert, fanden die Kinder auch ganz OK, aber die Wanne sah nachher echt abenteuerlich aus und es geht auch gut ohne, finde ich…

Unsere Badewannenspielzeuge haben wir in einer Holzkiste im Badregal liegen. Wenn die Kinder in die Wanne gehen, suchen sie sich daraus etwas aus – es ist also selten alles zusammen in der Wanne.

Neulich haben wir abends (ich wünschte mir etwas Ruhe) übrigens das Licht gedimmt, einen Lavendelbadezusatz reingemacht und Kerzen angezündet und dabei habe ich dann vorgelesen. DAS war ein Erlebnis für die Kinder, sie waren begeistert!

Spielzeugfreies Kinderzimmer – eine erste Bilanz

Seit zwei Monaten ist unser Kinderzimmer nun „spielzeugfrei“. Und gleich vorweg: Es ist ja gar nicht spielzeugfrei, nur spielzeugreduziert. Die Kurzfassung unseres „Systems“ lautet:

  • Alle Spielsachen wurden ordentlich verstaut und außer Reich- und Sichtweite der Kinder weggepackt
  • Jedes Kind durfte sich max. 3 Dinge aussuchen (wobei ein Ding z.B. eine Puppe mit ihren Anziehsachen oder die Legokiste sein kann), die es „unten“ im Zimmer zum Spielen haben möchte.
  • ca. 1 x die Woche besteht die Möglichkeit, Spielzeug auszutauschen
  • Im Zimmer geblieben sind die Verkleidungskiste und die Schreibtische mit Bastelmaterial.

Soweit so gut. Beim Ausräumen haben die Kinder begeistert mitgeholfen. Der 6-jährige hat das System ziemlich gut verstanden und freute sich darauf, weniger Aufräumen zu müssen, wollte aber vor allem uns Eltern glücklich machen, da wir so genervt vom vollgestellten Zimmer waren.

Die vierjährige hat das ganze noch nicht so richtig durchblickt, sobald wir ihr aber glaubhaft versichern konnten, dass sie ihre Lieblingspuppe zum Spielen behalten kann (bzw. wir sie gar nicht erst weggepackt haben), war es für sie auch OK.

Durch das große Interesse auf Facebook und im Freundeskreis entstand dieser Blog sowie die dazugehörige Facebook-Seite und die Facebook-Gruppe.

Großes Aufatmen

Dass es für uns Eltern eine große Erleichterung sein würde, das Kinderzimmer nicht mehr entweder im absoluten Chaos zu sehen oder Aufräumen zu müssen war uns eigentlich klar. Und so war es auch. Das Kinderzimmer ist jetzt groß und luftig, die bespielten Spielsachen sind entweder im Einsatz oder schnell weggepackt. Wir sparen dadurch viel Zeit und Nerven – was die Kinder natürlich schnell bemerkt und schätzen gelernt haben.

Dass es auch für die Kinder eine solche Erleichterung sein würde, nicht mehr vom ganzen Spielzeug erschlagen und abgelenkt zu werden, hat uns schon überrascht. Es haben sich schnell Lieblingsspielzeuge herauskristallisiert. Unser Sohn braucht eigentlich immer nur eine „Sache“ unten. Meistens sind es seine Legosteine und -bausätze. Als wir uns den Grimm’s Regenbogen aus unserem Laden ausgeliehen hatten, hatte er sich ergänzend dazu seine Matchboxautos gewünscht. Damit spielt er sehr konzentriert und lang andauernd. Was früher mit ihm ein großes Problem für uns war, dass es selten mal allein gespielt hat und ihm viel langweilig war, tritt kaum noch auf. Er freut sich sehr, wenn L. mit ihm zusammen Lego baut (sie sitzen dann total vertieft nebeneinander auf dem Teppich und bauen nebeneinander her, selten mal was zusammen), aber er spielt auch viel alleine. Und, auch das ist mehr geworden, seit wir das Spielzeug reduziert haben, viel mehr mit seiner Schwester E.

Rollenspiele waren vorher schon wichtig (vor allem Verkleiden), haben seit November aber deutlich zugenommen und sind auch kreativer geworden. Kartons oder andere „Abfallprodukte“ aus der Küche und Arbeitszimmer werden begeistert angenommen und ins Spiel integriert. Die beiden spielen jetzt auch öfter mit dem Spielzeug des anderen – also beide mit E. Puppen oder beide mit Lego / Autos. Das war früher ganz klar die Domäne des anderen und hat sich kaum gemischt.

E. malt außerdem wahnsinnig gern und bastelt. Seit der Boden ihres Zimmer-Teils frei ist, tut sie dies ausufernd auf dem Boden.

Sehr wichtig ist auch, dass die Kinder sich in der Wohnung frei bewegen können und, bis auf wenige Ausnahmen, auch mit allem spielen können. Bestes Beispiel ist wahrscheinlich die Küche, hier werden öfter Töpfe und Löffel entliehen. Über Weihnachten haben wir alle zusammen im Wohnzimmer gesessen und die Kinder hatten ihr Spielzeug da. Das war bisher immer ein No-Go, weil sonst die ganze Wohnung im Spielzeug ertrunken wäre. Da es jetzt aber insgesamt nicht mehr so viel gibt, ist es kein Problem und sorgt für ein ruhiges und schönes Miteinander.

Sind die Kinder ordentlicher geworden?

Nein, überhaupt nicht. Aber das war ja auch nicht Sinn der Sache. Ich erwarte von Kindergartenkindern überhaupt nicht, dass sie selbstständig ihr Zimmer aufräumen. Aber wenn ich E. früher gebeten habe, aufzuräumen, hat sie von vornherein kapituliert „Ich kann das nicht alles alleine!“. Bitte ich sie nun um das gleiche (Fragestellung in beiden Fällen: „E., hilfst du mir beim Aufräumen und packst die Puppen in die Wiege?“) dann fällt es ihr wesentlich leichter, das zu tun. Es liegen eben auch nur die Puppen da und daneben steht die Wiege, also ist sonnenklar, was sie tun soll.

M. hat sich im Zuge unseres Aufräumens ein eigenes Lego-Sortiersystem überlegt und hält es seitdem selbstständig ein.

Das Kinderzimmer sieht jetzt abends meistens so aus, dass bei M. diverse Haufen Lego verteilt sind, neben den Kisten und fertig gebauten Teilen. Die schieben wir etwas zur Seite, um freien Gang zum Fenster zu haben.

Bei E. liegen Seidentücher, Seile, Papier und Stifte verteilt auf dem Boden. Gerne auch Papierschnipsel (mit Papierschnipseln machen die beiden alles von Schnee bis Geld).

Im restlichen Zimmer liegen die Tobematte und die Softbausteine meist sehr verstreut, die sind schnell zusammengeschoben, falls sie im Weg liegen.

Das räumen wir nicht jeden Abend weg. Sie spielen am nächsten Tag sowieso wieder damit und es stört auch nicht wirklich. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Stifte so verstreut sind, dass sie zum Malen niemand mehr wiederfindet, sortieren wir sie. Wenn gesaugt werden muss, räumen wir einmal komplett den Boden frei.

Da die Kinder neuerdings wieder beide bei uns im Elternbett schlafen, ist es auch nicht so wichtig, sich nachts im Kinderzimmer frei bewegen zu können. Im Gegenteil, so schleichen sie sich morgens aus unserem Bett und spielen friedlich und leise im Kinderzimmer – traumhaft.

Ist den Kindern Spielzeug jetzt weniger wichtig?

Bei der Kleinen hat sich das nicht wirklich verändert. Wenn sie etwas schönes sieht, will sie es haben und zwar sofort. Am nächsten Tag ist es meist vergessen. Ich glaube aber, für M. ist, genau wie für uns, wesentlich klarer geworden, was er toll findet und braucht und deshalb kann er seine Wünsche jetzt auch klarer benennen bzw. besser einschätzen, was ihm wirklich wichtig ist und was nicht.

Gibt es weniger Streit?

Das ist schwer zu sagen und sehr subjektiv. Geschwister finden immer einen Grund zum Streiten und brauchen das auch. Dadurch dass sie mehr und einträchtiger zusammen spielen, würde ich schon sagen, dass es weniger Streit um Spielzeug gibt. Bauen sie aber beide mit Lego, nimmt sich schon oft einer die Teile vom anderen oder baut einfach das Haus vom anderen weiter. Das endet meistens in Tränen und Gebrüll.

Wie wird es weitergehen?

Da sich herausgestellt hat, dass es pro Kind tatsächlich nur ca. 3 – 4 Spielzeuge gibt, die sich im Tauschturnus befinden, werden wir im nächsten Schritt alles andere Spielzeug in den Keller verstauen, sodass es wirklich außer Sicht ist.

Anfangs zuckte es mir noch in den Fingern, die Kinder an manches Spielzeug zu erinnern, á la „Wollt ihr nicht mal wieder mit den Schleich-Tieren spielen?“. Das habe ich mir zum Glück verkniffen. Sie wissen genau, was sie spielen wollen und suchen sich zur Not alles zusammen. Sie wissen auch noch, was wir alles haben und müssen nicht daran erinnert werden. Und manche Dinge, mit denen sie nie gespielt haben, fordern sie natürlich jetzt auch nicht ein.

Da wir keine Spielzeuge verkaufen oder verschenken würden, ohne das Einverständnis unserer Kinder zu haben, gehen die Dinge jetzt erstmal in den Keller, auch wenn wir sie dort wahrscheinlich kaum wieder hervorholen müssen. Aber sich endgültig zu trennen wäre für die beiden, besonders für E., zurzeit wohl noch zu schwierig, da lassen wir noch etwas Zeit ins Land gehen. Es eilt ja auch nicht.

Was wir sehr gerne tun und was auch für die Kinder in Ordnung ist, ist Spielzeug langfristig zu verleihen. Und als M. neulich zum Geburtstag einer KiTa-Freundin eingeladen war, die sich ein Kuscheltier wünschte, da haben wir ein (sehr gut erhaltenes) von unseren verschenkt.

Fazit

Würden wir das wieder tun? Ja, auf jeden Fall.

Könnten wir noch mal von vorne anfangen, würden wir erst gar nicht so viel Spielzeug anhäufen (s. auch „Tipps für ein spielzeugfreies Kinderzimmer„) und mehr auf die Interessen und Wünsche unserer Kinder achten.

In Zukunft werden wir nicht viel weiteres Spielzeug zukaufen. Unsere „Schenker“ haben dieses Weihnachten auch wirklich toll mitgemacht und haben glaub ich unsere Wünsche verstanden und unterstützen sie.

Dass der Zufluss an Spielzeug von außen eines der größten Probleme ist, zeigt die Beliebtheit des Beitrags „Was tun mit den Schenkenden“ auf diesem Blog, der wurde mit Abstands am öftesten aufgerufen. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass das bei uns so gut funktioniert hat und hoffen, dass es auch in Zukunft so bleibt. Spannend wird sicherlich auch das Thema Kindergeburtstag.

Ich glaube, einer der Schlüsselfaktoren ist hier, wie auch sonst so oft im Leben, sich nicht so zu versteifen. Spielzeugfrei ist illusorisch und m. E. auch nicht wünschenswert, denn die Kinder wollen und sollen spielen und das nicht nur mit selbstgebasteltem. Kann man die Spielzeugflut von außen nicht stoppen, wäre eine mögliche Reaktion z. B., die „von innen“ einzustellen. Zum Geburtstag wird es von uns in Zukunft Reisen, Aktivitäten u. ä. geben. Dann sind ein paar Spielzeuge von den Freunden auch nicht weiter schlimm. Und vielleicht können ja hier die Wünsche auch in Bahnen gelenkt werden, die zum Konzept passen.

 

Tipps fürs spielzeugfreie Kinderzimmer

Ein spielzeugfreies Kinderzimmer zu schaffen müsste eigentlich ganz einfach sein (alles raus), ist es aber, das wissen wir alle, in der Praxis nicht. Es gibt aber eine Tricks, mit denen wir uns das Leben leichter machen können. Wir haben sicherlich noch nicht alle, wir haben ja selber auch gerade erst angefangen, aber vielleicht helft ihr uns beim Sammeln, damit Generationen von Eltern nach uns von unseren Erfahrungen zehren können?

  1. Gar nicht erst anfangen.
    Haha, sehr witzig. Ja, aber im Ernst, das ist natürlich der einfachste weg, der Spielzeughölle zu entgehen! Wenn man es schafft sich von der Vorstellung zu lösen, Kinder bräuchten Spielzeug, dann schafft man fürs Baby erst gar nichts an. Für Babys ist ein Holzkochlöffel etwas ganz tolles. Schneebesen – WOW! Dein Halstuch (riecht auch noch so gut!). Ein – gut verschlossenes – Säckchen mit trockenen Erbsen. Mehr. Braucht. Es. Nicht. EHRLICH!!!
  2. Auf Wünsche warten.
    Wenn in unserem Kinderzimmer nur Dinge wären, die die Kinder sich wirklich selbst gewünscht haben, hätten wir kein Problem. Ganz einfach. Ein paar Beispiele? Wir haben verschiedene „Klassen“ von Spielzeugen:
    a) Wir fanden es toll / dachten die Kinder brauchen es. Dazu gehört z. B.
    – die Kinderküche
    – das Puppenbaumhaus (soooo schön!)
    – die Murmelbahn (gehört auch in Kategorie b)
    – Holzbausteine
    – Schleich-Tiere und andere Tierfiguren

    b) Relikte aus der eigenen Kindheit, die von den Großeltern (oft ungefragt) über uns ausgeschüttet wurden, dazu gehören z. B.
    – Unmengen an Kuscheltieren
    – Puppen und Puppenkleidung
    – altes Playmo und Lego

    c) Geschenke von anderen ohne entsprechende Wünsche dazu.

    Was sich unsere Kinder tatsächlich selbst gewünscht haben? Ich würde sagen, es fing so mit 3 an. Zum vierten Geburtstag gab es wirklich konkrete Wünsche. Der erste Wunsch unseres Sohnes war (zum 3. Geburtstag) ein Fahrrad. Seitdem wünscht er sich eigentlich immer die nächste Größe, sobald es auch nur ansatzweise passen könnte. Seit er Lego kennengelernt hat, stehen die kleinen Steine ganz oben auf der Liste. Aber nicht Steine, Türen und Fenster (so hab ich mit Lego gespielt), sondern er will (Raum-)Schiffe bauen, Fahrzeuge und Roboter.

    Unsere Tochter (4 Jahre) wünscht sich IMMER Puppen. Und hat sehr genaue Vorstellungen. Meine wunderschöne, von meiner Mutter seinerzeit handgenähte Waldorfpuppe dient nur als Deko (und zum Haareschneiden-Üben – AAAAHHHH). Sie will Puppen mit Haaren, die man kämmen kann / die die Augen auf und zu machen / eine Babypuppe. Und mit denen spielt sie auch.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Wir sollten aufhören, den Kindern das zu schenken, was wir gerne (gehabt) hätten und müssen anfangen, ihnen zuzuhören. Das sind sicherlich nicht immer die Sachen, die wir gut finden. Bis wir E. die heißersehnten Barbies schenken wird es noch eine Weile dauern, die finden wir einfach zu eklig. Aber es wird sie glücklich machen. Momentan hat sie mit einer Freundin getauscht – sie hat die Elsa-Barbie, die Freundin eine ihrer Puppen.

    Aber aufgepasst: Es gibt diese kurzlebigen Wünsche (gerade bei Max gesehen, das will ich auch!) und es gibt die tiefen Wünsche, die bleiben!

  3. Leihen statt kaufen.
    Viele Dinge sind heiß erwünscht und dann liegen sie nach ein, zwei oder drei Monaten doch nur noch rum. Wie praktisch wäre es, das Spielzeug dann einfach zurückgeben zu können. Neben kommerziellen Angeboten wie www.meine-spielzeugkiste.de kann man das auch ganz einfach im Freundeskreis organisieren. Den tollen Grimm’s Regenbogen (ja, ich bin verliebt) muss sich ja nicht jeder in der Pekip-Gruppe anschaffen. Wenn einer den Regenbogen hat, eine die schönen Bausteine und einer einen Fundus an Schleich- oder Ostheimer- oder sonstigen Tierfiguren, dann könnt ihr einen schönen Tauschkreis ins Leben rufen und eure Kinder werden Freude an dem jeweils einen Spielzeug haben, das gerade bei euch ist.
  4. Platz begrenzt halten.
    Im ersten Kinderzimmer hatten wir ein kleines Regal mit vier Fächern. Das sah anfangs ganz schick aus, in einem Fach stand ein kleiner Korb mit Holzbausteinen, in einem ein Brummkreisel (fällt eindeutig in Kategorie a), damit hat NIE jemand gespielt), in einem eine kleine Tierszenerie und in einem ein großer Korb mit der Murmelbahn (s.o.).
    Im zweiten Lebensjahr wurden daraus 8 Fächer und so ging es weiter.
    Unser Tipp also: Bleibt beim 4-Fächer-Regal. Wenn das voll ist, muss getauscht werden (oder gestoppt!!!).
    Euren Kleiderschrank baut ihr ja auch nicht immer weiter aus (oder???), sondern wenn er voll ist und nichts mehr rein geht, dann müsst ihr aussortieren.
  5. Ausprobieren und Vorteile erkennen.
    Ich bin verliebt in das Spiel meiner Kinder, seit ihr Kinderzimmer nicht mehr überquillt. Sie spielen ruhiger und konzentrierter. Sie sind wahnsinnig kreativ. Sie sehen eine Werbeprospekt und sind drei Stunden damit beschäftigt damit zu basteln. Sie nehmen sich ein Tuch und dann ist das erst die Schlitterbahn, wird zum Königsumhang und dient später als Höhle oder Puppendecke. Je weniger sie haben, desto mehr können sie damit spielen.
    Ich entschuldige mich hiermit bei meinen Kindern, sie so mit Spielzeug vollgemüllt zu haben, dass sie das einzelne gar nicht mehr sehen konnten und ihnen so ihr Spiel erschwert zu haben.
  6. Überlegen, ob es wirklich SPIELzeug sein muss.
    Soll heißen: Wahrscheinlicher ist es oft, dass ihr das Gewünschte schon besitzt, nur ist es bisher nicht als Spielzeug deklariert. Beispiel Kinderküche. Wir haben Puppengeschirr und -besteck, kleine Töpfe, kleine Döschen, einen kleinen Puppenherd.
    Am liebsten spielen die Kinder aber mit unserem echten Geschirr (also, die Porzellanteller geben wir jetzt nicht unbedingt raus, aber die unzerstörbaren Untertassen sind genauso beliebt) auf einem umgedrehten Hocker.
    Unser Nachbarsbaby, das wir neulich zum Babysitten da hatten, hat hochkonzentriert Kastanien aus einem Schälchen in ein anderes sortiert, mitten in der Küche während wir gekocht haben – alle drei Kinder hatten Riesenspaß dabei (für uns Eltern war es auch praktisch, weil sie uns nicht zwischen den Beinen herumgelaufen sind, wir sie aber gleichzeitig im Blick hatten.
  7. „Gutes“ Spielzeug auswählen.
    Ja, das widerspricht jetzt dem Punkt „auf Wünsche warten“. Manches ist aber so vielseitig, dass es eine Bereicherung fürs Kinderzimmer sein kann (wenn man denn unbedingt Spielzeug haben / kaufen will). Wir finden z.B. die Auswahl der Lieblingsspielzeuge von Anja und Christian Von Guten Eltern sehr gut und können sie voll unterschreiben. Das sind auf jeden Fall Dinge, an denen die Kinder lange Freude haben werden (wenn ihr dabei die Vorlieben eurer Kinder berücksichtigt – unsere spielen ja z. B. wie gesagt nicht mit Tieren).

Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen und erweitern die Liste sehr gern!

Spielzeugfrei schenken

Geschenke sind ein Ausdruck unserer Liebe. Wir sind damit aufgewachsen und unsere Kinder meistens auch schon. Einfach damit aufzuhören fällt also naturgemäß sehr schwer, denn dann braucht man scheinbar einen Ersatz. Feiertage wie Geburtstag oder Weihnachten müssen anderweitig gefüllt werden, Traditionen und Rituale neu erfunden. Gewohnheiten und Erwartungen können wir nicht einfach von heute auf morgen ändern.

Toll ist es natürlich, wenn man mit einem kleinen Baby sich als Familie erst findet und von vornherein erst gar nicht damit anfängt. Die meisten von uns werden sich aber erst nach und nach mit diesem Thema so weit auseinandersetzen, dass sie in Umdenken wünschen.

Wie können wir diese gewohnten Feiertage nun anders gestalten? Jeder feiert anders – das kann man sich zunutze machen um den Kindern sich ändernde Rituale zu erklären und Vergleiche abzusschwächen (die meistens sowieso eher in den Köpfen der Eltern stattfinden als in denen der Kinder). Ein auf den Weihnachtsbaum mit Geschenken zentriertes Fest kann vielleicht eine andere Richtung einschlagen, in dem man zunächst weniger Geschenke verteilt und diese der Reihe nach verteilt und auspackt. Das Gewicht des Tages kann auf einem wunderschönen Essen liegen, gemeinsame Spiele, Vorlesen der Weihnachtsgeschichte (oder einer anderen winterlichen Geschichte), Zelebrieren des Kerzenanzündens – was ist euch am Wichtigsten und was findet ihr am schönsten am Fest – neben den Geschenken?

Bei unseren ersten Weihnachtsfesten mit Kindern waren wir schockiert von den Kindern, die in rasanter Geschwindigkeit ein Geschenk nach dem anderen aufrissen, beiseite warfen und nach dem nächsten schauten. Durch die schiere Menge verloren sie den Blick für das einzelne. Unser erster Schritt ist also, die Anzahl an Paketen einzuschränken, außerdem mehr Gemeinschaftsgeschenke zu machen. L. und ich schenken uns schon länger wenig Gegenständliches, dafür eher Reisen oder Ausflüge. Die Kinder da mit einzubeziehen funktioniert gut, da auch sie diese Zeit mit uns immer sehr lieben.

Wir haben ein bisschen Ideen gesammelt, falls ihr noch nicht so richtig wisst, wie ihr die Päckchen unterm Baum ersetzen könnt oder wenn ihr noch Ideen für Großeltern u. ä. braucht:

Zeit
Ein Tag KiTa-frei. Ein schöneres Geschenk können wir unseren Kindern tatsächlich nicht machen. Mittagskind. Ein Tag nur mit Mama/Papa. Je nach Alter der Kinder ist die gemeinsame exklusive Zeit etwas wirklich besonderes (ein Dreijähriges wird das noch nicht so wirklich mitkriegen).

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Ausflüge / Aktivitäten
Wir waren schon lange nicht mehr im Zoo. Wir lieben den Wildpark Schorfheide. Unsere Kinder flippen aus, wenn wir zum Schwimmen ins Wellenbad fahren…
Andere gehen gern ins Theater, je nach Alter vielleicht auch ins Kino.
Ein gemeinsamer Filmabend oder Kuschelabend mit Vorlesegeschichte und Popcorn. Keksebacken. Grillen. Lagerfeuer mit Stockbrot. Eine Radtour in den Streichelzoo. Ein Tag nur mit Mama/Papa. Auf den Spielplatz mit Oma und Opa. Drachensteigen gehen mit dem Patenonkel.
Was macht eure Familie glücklich?

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Kurse (z.B. Ballett, Sportkurs, Musikunterricht…)
Hier bitte auf jeden Fall auf den Wunsch warten, denn wenn das Kind das nicht von Herzen will, dann ist es auch nicht wirklich ein Geschenk…
Das eignet sich übrigens auch wirklich gut für Großeltern :).

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Fotoalben
Unsere Kinder LIEBEN Fotoalben. Wir machen jedes Jahr ein Fotobuch aus dem vorvergangenen Jahr (übrigens immer mein Weihnachtsgeschenk an die Familie). Das aus ihrem Geburtsjahr lieben sie jeweils besonders und ziehen es sich öfter allein aus dem Regal um es anzuschauen. M. hat als Baby ein kleines Einsteckalbum mit Fotos von lieben Menschen von uns bekommen, wir haben damit immer die Namen mit ihm geübt. Das schauen sich die Kinder immer noch gerne an und erweitern es mit neuen Fotos.

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Bastelmaterial, Verbrauchsgegenstände

  • Stifte, Kleber, Papiere, Blöcke
  • „Besondere“ Materialien (wir wünschen uns dieses Jahr z.B. Perlenmaker zum Verzieren von Steinen oder Holzschachteln…)
  • Bügelperlen (da gibt es auch wirklich tolle Vorlagen für. Unsere Neujahrskarten letztes Jahr bestanden aus gebügelperlten Buchstaben – toll für Kinder, die sich mit Buchstaben und Lesen beschäftigen)
  • Kerzen, Motivseife…

Essen

  • Trockenobst
  • Selbstgebackene Kekse
  • Essen gehen (wenn eure Kinder und ihr das mögen)
  • Lieblingsessen kochen (zusammen?)

Momentan wimmelt das Internet von Geschenkideen, die man nicht kaufen kann – ihr findet sicherlich auch das passende für euch. Vielleicht habt ihr auch noch tolle Ideen, die ihr hier mit aufgeführt sehen möchtet?

Wir sind gespannt!

 

 

Spielzeugfreier Adventskalender

Der Adventskalender…  eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen! Meine Mutter hat uns jedes Jahr einen wunderschönen Kalender gebastelt mit wunderbaren Kleinigkeiten. Noch heute erzählt sie von unserer Waldorfkindergartenzeiten, als sie 48 Walnüsse bruchfrei knacken, gold lackieren und dann mit Kleinigkeiten befüllen musste. Wir hatten ein paar Jahre ein Weihnachtsdorf aus nummerierten Papphäusern, mit Watteschnee dekoriert und drunter lagen die Adventsinhalte. Päckchen an langen Schnüren aufgehängt hatten wir, glaube ich, meistens. Drinnen waren Stempel, kleine Döschen, manchmal etwas „Großes“ wie Kinokarten, manchmal Süßigkeiten. Wir haben es geliebt. Mein Bruder und ich hatten, glaube ich, jeder einen. Jedenfalls kann ich mich nicht an Streit erinnern. Nur an dieses furchtbare nicht-vorher-reingucken-Dürfen.

Dann kam unser Sohn auf die Welt und im ersten Jahr (da war er drei Monate) habe ich mich noch zurückgehalten. Im nächsten Jahr hat er dann seinen ersten Adventskalender bekommen – ein Steckspiel, von dem er Tag für Tag ein Teil bekam. Er hat natürlich die Bedeutung überhaupt nicht verstanden (und ehrlich gesagt auch mit dem Steckspiel nie gespielt). Dann kam seine Schwester auf die Welt und seitdem stehen wir jedes Jahr vor Entscheidungen wie

  • ein gemeinsamer Kalender oder für jeden einen?
  • Welche Kleinigkeiten können rein, die nachher nicht nur im Zimmer rumfliegen?
  • Wie befüllen wir ihn ohne uns finanziell zu ruinieren?
  • Wie vermeiden wir Streit und es bekommt trotzdem jeder, was ihm Freude macht?
  • Muss es wirklich in der Weihnachtszeit jeden Tag ein Geschenk oder Süßkram geben?

Egal wie wir uns entschieden haben, die Kinder geiferten auf die Geschenke, stritten sich darum, wer das Päckchen abschneiden / Tütchen oder Türchen öffnen durfte, wer welche Farbe bekam und waren generell ab Mitte November unausstehlich durch die ständige Zuckerzufuhr. Am Nikolaustag bekamen sie von uns einen moderat gefüllen Nikolausstiefel, in der KiTa nochmal einen Schokoweihnachtsmann und Klein-Schokolade, an der Türklinke hing eine Süßigkeitentüte von der Nachbarin und dann kam auch noch ein Nikolauspaket (PAKET!) von den Großeltern. Nikolaus – nicht Weihnachten! Wir waren alle etwas geplättet. Letztes Jahr entschlossen wir uns, nicht länger mitzumachen und zurückzurudern.

Der Adventskalender ist doch ursprünglich dafür da gewesen, die Zeit bis Weihnachten sichtbar zu machen. Jeden Tag ein Türchen öffnen – und waren dahinter nicht mal Bildchen? Ein kleines Stück Schokolade? Den Kalender sozusagen greifbar machen für Kinder, die noch nicht wirklich ein Zeitgefühl haben. Für die „noch 24 Mal schlafen“ vielleicht noch etwas unüberschaubar ist.

Wo kommen diese Geschenke plötzlich her?

Im letzten Jahr haben wir unseren ersten spielzeug- und Süßkramfreien Adventskalender ausprobiert und es war toll. Wir hatten schon vor dem ersten Dezember unseren Weihnachtsbaum gekauft (sonst immer erst kurz vor Weihnachten und dann hatten wir ihn so schnell über, deshalb wollten wir ihn diesmal länger genießen) und daran 24 Päckchen gehängt. In den Päckchen war ganz einfach unser Weihnachtsbaumschmuck. Die Kinder packten also jeden Tag eines aus und durften den Inhalt an den Baum hängen. Am 24. gab es natürlich die Spitze. Zusätzlich (wir hatten Angst es sei „zu wenig“…!!!) hatten wir einen Geschichtenkalender gekauft. Jeden Morgen konnten sie eine Seite umblättern und eine fortlaufende Geschichte wurde weitererzählt.

Sie haben nie nach Geschenken gefragt.

Unser Adventskalender in diesem Jahr

Unser Plan für dieses Jahr vor der Entscheidung zum spielzeugfreien Kinderzimmer sah soh aus: Durch Zufall hatte ich vor einigen Wochen in einem Lädchen einen kleinen Zettel-Adventskalender entdeckt und spontan mitgenommen, sozusagen als Gedankenstütze.

IMG_20151120_094545Die Idee ist, jeden Tag etwas à la „Heute darfst du…“, „Heute mach ich für dich…“ einzutragen. Da die Wortwahl nicht so gut zu unserer Familie passt (so ein gnädiges Erlauben machen wir eher nicht. Was verboten ist, ist aus gutem Grund verboten. Auch in der Adventszeit, dürfen die Kinder nicht plötzlich ohne Helm fahren, auf die Straße laufen oder beim Essen auf dem Tisch rumspringen…), wollten wir auf dieser Idee aufbauend unsere eigenen Zettel basteln und darauf Aktivitäten ankündigen (auf den Weihnachtsmarkt gehen, Weihnachtsbaum schlagen, Krippe aufstellen, Kekse backen, Kuschelparty etc.). Ihr seht schon: Dinge, die wir sowieso machen würden ;). So würden wir die Tage runterzählen, schöne Zeit miteinander verbringen , hätten nichts was geteilt oder ausgesucht werden muss und würden hoffentlich eine wirklich besinnliche Weihnachtszeit verbringen.

Im Zuge unserer Überlegungen zur Spielzeugreduktion und den wirklich schönen, bisher spürbaren Effekten (mehr Ruhe und Fokus, weniger Streit, kreativeres Spiel) haben wir aber beschlossen, den Adventskalender dieses Jahr auch auf das Wesentliche zu reduzieren. Das Wesentlich für uns bedeutet: Tage zählen und den Zauber der Weihnachtszeit genießen. Wir haben eine große Kerze, die jeden Tag ein Stück weiter herunterbrennt und so jeden verflossenen Tag sichtbar macht. Und wir werden wieder jeden Morgen eine Geschichte (dieses Jahr Weihnachtsgeschichten von unserer Lieblingsschriftstellerin Astrid Lindgren) bei Kerzenschein am Frühstückstisch lesen.

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Denn das ist es, was unsere Kinder am allerschönsten in der ganzen Advents- und Weihnachtszeit finden: Kerzen, Teetrinken am Adventskranz, Vorlesen, Kuscheln bei Kerzenschein, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt und die (Vor-) Freude auf und über diese zauberhafte Jahreszeit.

Weitere Ideen für spielzeugfreie Adventskalender

  • Eine sehr schöne Idee, bei der auch das gemeinsame sinnliche Erleben der Weihnachtszeit im Vordergrund steht, ist diese hier von Naturmama: Sie hat Märchentitel oder Gedichte auf kleine Zettelchen in Walnüssen versteckt und die Familie mit drei Kindern wird jeden Tag ein Märchen / Gedicht lesen.Das kann man genauso gut mit Lieder machen oder Spielen oder, oder, oder…
  • Bei Einfach klein gab es neulich den Adventskalender „Heute hab ich Zeit für Dich!“ zu gewinnen, der natürlich auch käuflich zu erwerben ist: http://www.briefgestoeber.de/shop/ratgeber-familie/
  • Der gute alte Schokoladen-Adventskalender ist auch kein Teufelswerk. Wenn es bei dem Ministückchen Schokolade bleibt, ist es eine sehr schöne Art, sich den Advent zu versüßen. Hier gibt es sogar einen veganen Adventskalender ohne Zucker: http://www.zukono.de/plamil-xylit-schokolade-adventskalender.html.
  • Und nicht zuletzt: Der Bildchenkalender. Möglicherweise der älteste und auch mit einem ganz besonderen Zauber.

Übrigens: Es ist meiner Meinung nach wirklich nicht nötig, schon bei Einjährigen mit einem Adventskalender zu beginnen (gleiches gilt übrigens für Geburtstagsfeiern, doch dieses Lied singen wir an einem anderen Tag). Bei uns hätte es locker genügt, mit 3 oder 4 Jahren damit anzufangen (bei jüngeren Geschwistern ist das natürlich etwas anderes).

Wie begeht ihr die Adventszeit? Orientiert ihr euch an eigenen Erinnerungen oder seid ihr dabei,  ganz neue Familientraditionen zu schaffen,  an die sich  eure Kinder später liebevoll zurückerinnern werden?

Was tun mit den Schenkenden?

Brief-Großeltern

Spielzeugfrei ist ja schön und gut im Mikrokosmos Familie. Weihnachten ist auch händelbar, so unter uns. Aber wir sind nicht allein auf der Welt, es gibt viele liebe Menschen, die uns und vor allem den Kindern so gerne eine Freude machen – und dies bringen sie meistens in Form von kleinen und größeren Geschenken mit. Die „abgeschwächte“ Form davon ist Süßkram. Der liegt zwar nachher nicht rum aber dem Zucker stehen wir ja auch sehr kritisch gegenüber.

Es steckt natürlich, wie immer, noch viel mehr dahinter. Die Kinder haben z.B. schnell eine Erwartungshaltung entwickelt, wenn ihr Patenonkel oder enge Freunde der Familie, die wir nur selten sehen, uns besuchen kommen. „Hast du uns was mitgebracht…???“ heißt es dann kurz nach dem Hallo. Verständlich, denn es wird tatsächlich immer etwas mitgebracht. Die Kinder freuen sich aber natürlich auf den Menschen. Vorher heißt es tagelang „Wann kommt K.?“, „Wieviel mal schlafen noch, bis L. uns besucht?“. Nie fragen sie „Was bringen uns M. und A. wohl mit?“. Besuch bedeutet Freude, gutes Essen, viel Lachen und Extraportionen Vorlesen, Spielplatz und Kuscheln. Wozu dann noch das Playmomännchen? Wozu die Haribotüte am Geschenk?

Bei uns sind die größten Schenker die Großeltern. Wir wollten noch nie, dass unsere Kinder im Spielzeug ertrinken und besonders die Kleinigkeiten („Ist doch nur eine Kleinigkeit“) sind besonders schwer zu vermeiden. Obwohl wir immer wieder gesagt haben, dass wir den Kindern nicht so viel schenken möchten, dass sich jeder doch bitte auf maximal ein Geschenk beschränken möge, kamen immer wieder viele Geschenke, ungefragte Geschenke, zusammen mit Klimbim, Keksen und Dingelchen, die nachher im Zimmer herumflogen. Einfach nur mit freundlichen Hinweisen scheint es nicht zu gehen. Daher haben wir den internetfernen Großeltern nun einen Brief geschrieben und bauen darauf, dass unsere Freunde den Blog lesen und unseren Ernst bei der Sache dadurch mitbekommen.

In dem Brief haben wir unsere Beweggründe erläutert und dabei in den Vordergrund gestellt, dass wir uns für die Kinder wünschen, unabhängig aufzuwachsen und sich nicht über ihren Besitz zu definieren. Dass es schwer fällt, ist uns klar. Erstens ist es Gewohnheit, zweitens möchten sie die unmittelbare Rückmeldung der Kinder (Freude, Dankesrufe, Umarmungen, strahlende Gesichter) natürlich auch nicht missen. Die gleichen Reaktionen gibt es aber auch beim Spielplatzbesuch, beim Toben mit Opa, beim Vorlesen mit Oma (ja, das ist so klar verteilt…). Wir geben uns allen also etwas Zeit uns daran zu gewöhnen.

Wir haben es diesmal schriftlich gemacht, um der Bitte mehr Gewicht zu verleihen, Missverständnisse zu vermeiden und es ein für allemal vom Tisch zu haben. Das muss natürlich jeder für sich entscheiden, je nachdem welcher Art die Beziehung zu den Schenkenden ist, ist natürlich auch oft eine klare (mündliche) Ansage ausreichen. Geht es um konkrete Anlässe wie Geburtstage, wird ja meistens nach den Wünschen gefragt. Hier kann man ganz direkt reagieren und antworten. Zu M.s erstem Weihnachten hat z.B. meine Cousine gefragt, was wir uns für ihn wünschen. Wir wünschten uns Bastelsachen und bekommen haben wir eine wunderschöne Holzkiste, in die sie mit Lötkolben „M.s Bastelkiste“ eingebrannt hatte, gefüllt mit schönen, ökologischen Bastelsachen von Kleber über Knete und Wachsmalstiften zu Transparentpapier. Ein traumhaftes Geschenk, das bis heute in Benutzung ist und immer wieder liebe Gedanken an die Schenkerin weckt. Eine selbstgebaute Holztruhe vom Opa war auch sehr ge- und erwünscht, genauso wie Fahrräder etc., die man gut mit mehreren zusammen schenken kann.

Gut ist es, noch ein paar Schlupflöcher, also dauerhafte Alternativen, parat zu haben, wenn jemand wirklich gar nicht mit leeren Händen kommen mag und nicht extra vorher nach Wünschen fragt. Das sind bei uns an erster Stelle Zeit – also Ausflüge mit den Kindern, Spielplatzbesuche, Museum, Zoo usw., außerdem (gewünschte) Bücher, Bastelmaterialien (die wir immer brauchen, die sich verbrauchen) wie Blöcke, Ausmalbilder, Klebestifte usw. und, im Süßigkeitenbereich, Trockenobst (z.B. Apfelringe, die kaufen wir selten weil sie so teuer sind…).

Als kleine Inspiration könnt ihr hier Auszüge aus unserem „Großelternbrief“ lesen:

„Liebe Großeltern,

wie ihr ja alle schon mitbekommen habt, sind wir gerade dabei, einige Dinge in unserer Familie zu ändern. Das erste ist die Menge (Flut!) an Spielzeug, das die Kinder überwältigt und völlig kirre macht.
Wir haben, zusammen mit M. und E., in den letzten Tagen das Kinderzimmer komplett leer geräumt. ALLES SPielzeug ist jetzt in Kisten verstaut und außer Reich- und Sichtweite. Die Kinder haben sich jeder eine Sache ausgesucht (aktuell E.s Babypuppe und die Duplosteine), die sie behalten wollten. Sie durften jeder drei, wollten aber nur eins… Außerdem sind die weichen großen Bausteine und die Tobematte noch da, ihre Schreibtische mit einer überschaubaren Menge an Stiften und Bastelsachen und die Verkleidungskiste.
Die Vereinbarung ist, dass sie immer eine Sache gegen eine andere tauschen können, wenn es ihnen langweilig wird damit.
So hoffen wir, dass wesentlich mehr Ruhe ins Spiel und in unseren Alltag kommt und wir mehr schöne Zeit haben und nicht so viel Zeit fürs Aufräumen vergeuden müssen. Denn das ist in letzter Zeit unüberschaubar geworden.
Als zweiten Schritt zieht dies natürlich nach sich, dass auch nicht so viel nachkommt. Wir wünschen uns von euch, dass ihr diesen Wunsch respektiert und bitte NICHTS mehr schenkt. Bei Besuchen freuen sich die Kinder über euch – sie brauchen dann nicht noch Geschenke, Süßigkeiten und Kleinkram. 
Für Weihnachten bedeutet das:
E. und M. bekommen von uns einige wenige Geschenke, die sie sich gewünscht haben bzw. brauchen.
Wir wären sehr glücklich, wenn es bei diesen Dingen bleiben würde. Sehr gerne könnt ihr euch daran beteiligen. Wir können auch gerne einfach alles zusammen schenken und dieses starre Zuordnen (das ist von dem, das ist von dem) lassen. Im gleichen Zug würden wir euch bitten, den Kindern Dinge möglichst gemeinsam zu schenken (Roller, Lego, Bücher etc.). Wir haben so viel Streit wegen „mein und dein“ und sie haben schon genug, was eindeutig zugeordnet ist.
Uns als Familie schenken wir zu Weihnachten Zeit in Form von Ausflügen und/oder Ferien. Auch der Adventskalender wird ohne Geschenke auskommen.
L. und ich wünschen uns damit einhergehend auch nichts – wir machen das mit den Kindern zusammen :).“
Wie unser Adventskalender dieses Jahr aussieht, erfahrt ihr bald hier im Blog!

Die eigene Hemmschwelle

Ich kenne so gut wie keine Eltern, die nicht über die Menge an Spielzeug im Kinderzimmer stöhnen. Es wäre theoretisch ein Leichtes, das zu reduzieren. Niemand sagt bei der Geburt seines Babys „So, lasst uns Spielzeug kaufen, dieses Kind soll ALLES haben“. Zu Beginn haben viele den gleichen Plan – einige schöne Dinge für das Kind, mit denen sich möglichst vielseitig spielen lässt. Dann bekommt man einiges geschenkt, was man nicht einfach ablehnen mag. Man sieht selbst Schönes, was man gerne fürs Kind hätte. Und dann fängt das Kind irgendwann auch an, sich selbst Dinge zu wünschen. Bumm, das Kinderzimmer ist voll und das Kind ist erst 4, 5 oder 6.

Wieso fällt es uns so schwer,  unsere Kinder ohne (bzw. mit wenig) Spielzeug aufwachsen zu lassen? Unsere eigenen Wünsche spielen dabei sicher eine große Rolle. Bei mir sind es z. B. Erinnerungen an eigenes Spielzeug und ich möchte, dass die Kinder genau so viel Spaß damit haben. Dass sie ganz andere Interessen haben (und in einem ganz anderen Alter sind), lasse ich dabei außer acht. Und so stehen im Kinderzimmer Puppenküche und Schleichtiere – die unsere Kinder so gar nicht interessieren.

Wir möchten unseren Kindern ein wunderschönes Leben ermöglichen. Wir sehen sie weniger als uns lieb wäre, weil wir so viel arbeiten müssen und sie in die KiTa gehen. Wir möchten, dass es ihnen an nichts fehlt. Alle haben Spielzeug, es wäre doch gemein, wenn unsere keins (oder weniger) hätten! Kinder müssen spielen, dafür brauchen sie Spielzeug, oder? Ganz am Anfang kommt sicherlich auch hinzu, dass man jeden neuen Entwicklungsschritt des Babys erwartet und nach Kräften unterstützen möchte – und die Mär, dass dies nur mit dem richtigen Greifling / Spielzeug möglich sei, verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Und außerdem ist es doch soooo niedlich / pädagogisch wertvoll / teuer gewesen / vom lieben Menschen geschenkt…

Es gibt einige Dinge, die wir unseren Kindern geben, obwohl sie eigentlich ungesund sind. Zucker zum Beispiel. Zu viel Spielzeug. Andere Dinge, die ungesund sind, würden wir ihnen niemals geben: Alkohol, Zigaretten, Honig für Babys. Wie kommt das? Ist es das Gruppengefühl? Zucker ist doch so lecker, ab und zu wird schon nicht schaden… ALLE geben ihren Kindern Süßigkeiten, das kann nicht so schlimm sein. Klingt ähnlich, wie die Spielzeuggründe, oder?

Wenn wir uns nun einfach ähnliche Maxime wie beim Alkohol für Kinder (definitiv ungesund, niemals für Kinder) aneignen würden, würde sich die Frage gar nicht mehr stellen. Beim Spielzeug ist das nicht ganz so einfach, denn je nach den Gegebenheiten zuhause brauchen die Kinder schon etwas an Material zum Spielen – ohne Garten und die Möglichkeit, (alleine) nach draußen zu gehen, stellen sich schon andere Ansprüche ans Kinderzimmer. Aber es wäre durchaus möglich zu reduzieren z. B. auf

  • einige verschieden große Tücher und Decken zum Verkleiden und Höhlen bauen
  • Bausteine
  • Bastelmaterial (unsere Kinder basteln so gut wie alles aus Papier – Schmuck, Flugzeuge, Drachen, Pferd und Reiter, Schnee, Geld…)
  • etwas Puppenähnliches

Diese Liste gilt für uns, mit geringen Adaptionen könnte man sie aber sicher für jedes Kind und Alter passend machen.

Ja, man muss sicherlich selbst dann etwas mehr Engagement zeigen – je nach Alter beim Basteln helfen und Material zugänglich machen, die eigenen Küchenutensilien rausgeben, Vorlesen, Rausgehen. Die Kreativität, die die Kinder an den Tag legen, sobald nicht alles in mundgerechten Häppchen vor ihnen und um sie herum liegt, ist allerdings erstaunlich und jeden „Aufwand“ wert.

Spielzeugfrei – oder spielzeugreduziert – erfordert ein Umdenken. Nicht ETWAS schenken, sondern Zeit schenken. Nicht „geh spielen“, sondern -Du willst Prinzessin sein? Was könnten wir als Umhang/Kleid nehmen? Eine Krone basteln… Mamas hochhackige Schuhe ausnahmsweise ausleihen…-
Was noch ganz toll und einfach ist: Seltenheitswert. Sobald wir etwas nur ganz selten machen, erhebt es sich aus der Normalität und ist es dann ein großes Erlebnis.

Nicht zuletzt können wir uns vor Augen halten, dass Kinder die Welt noch ganz anders sehen als wir. Für sie steckt in vielem eine große Faszination, was für uns völlig normal ist. Nachts rausgehen und Sterne ansehen – für unsere Kinder ein Fest. Kerzen anzünden in der ganzen Wohnung. Als ganze Familie zusammen auf dem Sofa kuscheln und vorlesen oder einen Film sehen (wird bei uns unter „Kuschelparty“ geführt. Dazu gehört allerdings noch Popcorn.)

Was ich jedem nur raten kann: Einfach mal ausprobieren (bzw. an Babyeltern: gar nicht erst anfangen). Wir haben die Entscheidung lange vor uns hergeschoben und dann war es plötzlich so einfach und ging so schnell. Es braucht keinen großen Keller oder Dachboden. Das Spielzeug in Kisten verpacken und oben auf dem Schrank deponieren. Oder in einem anderen Zimmer. Bei uns stehen die Kisten ganz sichtbar im Kinderzimmer – aber die Kinder sehen sie überhaupt nicht bzw. fragen nicht danach. Es muss also gar keine große Aktion sein.

Im größeren Stil braucht es braucht natürlich etwas Unterstützung von der (schenkenden) Umwelt. Aber darum geht es im nächsten Artikel!

Warum spielzeugfrei?

Wir haben überhaupt nichts gegen Spielzeug. Besonders L. hat sich die kindliche Freude daran sehr gut erhalten ;). Kinder sollten spielen – immer und ständig und ausschließlich. Dadurch lernen sie alles. Und natürlich brauchen sie auch etwas WOMIT sie spielen können – eben Spielzeug.

Es ist nur erstens ein sehr weiter Begriff und zweitens gibt es inwischen so unglaublich viel davon. Zu viel, unserer Meinung nach. Ich glaube, die meisten Kinder haben ein paar Sachen, die ihnen wirklich am Herzen liegen und mit denen sie viel spielen. Und dann ist da dieses ganze ZEUGS. Heiß gewünscht und nach einem Tag liegt es in der Ecke. Oder noch nicht mal heiß gewünscht – denkt an die ganzen Give Aways, die die Kinder ungefragt in die Hand gedrückt bekommen. Wie viele Luftballons bei uns herumgeflogen sind… Es sind zwei Dinge, die uns an der Spielzeuegflut stören: Dieses Zuviel irritiert die Kinder, lenkt sie ab, fördert den Konsumgedanken und Streit (Mein-Dein, der hat mehr usw.). Gleichzeitig engt es ein. Inwiefern? Ich werde jetzt etwas ausholen:

An anderer Stelle hatte ich schon geschrieben, dass wir viel kochen und selbstmachen. In letzter Zeit haben wir,  aus verschiedenen Gründen, aber versucht noch ein bisschen mehr rauszuholen und wir kaufen momentan wirklich fast nur noch Rohstoffe,  also Obst,  Gemüse,  Getreide,  Reis etc. ein und backen Brot und Brötchen selbst,  machen Nudelteig, schneiden Pommes Fries aus Kartoffeln, stellen Ketchup selbst her (bisher noch nicht so erfolgreich) und (vegane) Mayonnaise,  Apfelessig,  Fruchtaufstrich und vieles mehr. Hauptsächlich machen wir das, weil es uns Spaß macht, weil es ein schönes Gefühl ist, die Familie mit Essen zu versorgen, zu wissen, was drin ist (und was nicht!) und nach dem eigenen Geschmack kochen zu können. Aber seit wir die Reaktion unserer Kinder darauf sehen, achten wir mehr darauf,  ihnen damit auch zu zeigen,  dass wir eben nicht abhängig sind von Läden oder anderen, die uns Dinge vorgeben. Die Kinder sind nämlich begeistert,  teilweise schon fast ehrfürchtig (Mama,  wieso kannst du das alles?) und sehr interessiert. Der Ketchup war wirklich ungenießbar,  zu viel Essig. Die Reaktion der Kinder (in so einem Fall normalerweise „Iih,  schmeckt nicht,  esse ich nie wieder!“ war hier: „Oh,  dann machen wir beim nächsten Mal weniger Essig rein,  ja?“

Was hat das mit spielzeugfrei zu tun? Meiner Meinung nach steckt das gleiche Muster dahinter. Die Kinder, oder wir alle eigentlich,  sind daran gewöhnt alles in einer bestimmten Form zu bekommen. Brötchen schön fluffig (und immer gleich), das Playmo-Boot möglichst naturgetreu und unsere  Tochter,  die wirklich genug Kleider und Tücher zum Verkleiden hat,  liegt uns in den Ohren, sie bräuchte ein  Elsa-Kleid und ein Feen-Kleid und ein Elfen-Kleid und die müssen ganz genau so und so aussehen, sonst könne sie keine Elsa / Fee / Elfe sein.

Wenn man 30 Matchboxautos sein eigen nennt,  dann hat eben jedes einen ganz bestimmte Funktion,  wenn Legomännchen und – weibchen jedes eine ganz bestimmte Uniform aufgemalt haben,  dann spielen sie eben immer genau diese Rolle.

(Dazu habe ich neulich auch einen schönen Artikel gelesen, den ich gerade leider nicht wiederfinde aber hier hoffentlich bald noch verlinken kann!).

Das haben wir den Kindern leider anerzogen und wir hoffen,  wieder ein Stück zurück rudern zu können und ihnen zu vermitteln,  dass sie selbst in der Hand haben,  welches Gewürz sie ins Brot tun können und was ihr Umhang heute darstellen könnte.

Das ist kein neuer Gedanke. Genau darum geht es ja z. B. in der Waldorfphilosophie. Das berühmte Holzspielzeug (das die Eltern immer so schön finden und mit dem die Kinder nicht spielen (wenn daneben buntes,  detailgetreues Plastikspielzeug blinkt) versucht wenig vorzugeben,  am vielfältigsten einsetzbar sind wahrscheinlich Bausteine.

Wir hatten uns das alles so schön ausgemalt,  als das erste Kind klein war. Handverlesenes, pädagogisch wertvolles Holzspielzeug, übersichtlich und fürs Kind leicht erreichbar verstaut…  Aber dann kam die KiTa,  mein Zweijähriger sagte plötzlich „Guck mal, ich bin Baidermän“, von Cousinen und Freunden mit älteren Kindern gab es Spielzeug vererbt, von Großeltern wurde geschenkt und das alles hatte wenig mit unserem Plan zu tun. Und dann gab es, wie gesagt, auch noch das Spielzeug, das eigentlich mein Mann und ich schön fanden…

Darum also unser spielzeugfreies Kinderzimmer – das ja, es wird euch aufgefallen sein – gar nicht spielzeugfrei ist! Nur extrem spielzeugreduziert. Und, ehrlich gesagt, bisher hat sich für die Kinder eigentlich nicht viel verändert. Sie spielen weiterhin mit Bausteinen (momentan eben Duplo) und Puppen. Nur das ganze ablenkende Drumherum fehlt (keinem). Sie haben mehr Platz. Sie bauen groß und nutzen alles, was ihnen zur Verfügung steht.