Spielzeugfreie Weihnachten…

Komplett spielzeugfrei ist bei uns weder das Kinderzimmer noch das Weihnachtsfest. Wie gesagt, es geht ja nicht darum, das Spielzeug komplett aus unserem Leben zu verbannen, sondern das Zuviel daran.

Bevor wir mit dem spielzeugfreien Kinderzimmer begannen, hatten die Kinder schon ellenlange Wunschzettel. M. hatte sich Legosteine (ganz viele) gewünscht, was sich sehr gut mit unseren Vorstellungen deckte, denn von L. stehen noch diverse Kisten Legosteine auf dem Dachboden seiner Eltern. Nachhaltig, günstig und schönes Spielzeug, was M. wirklich Spaß macht – da sind wir voll dabei. Dann ist dem Kinde ein Legokatalog in die Hände gefallen und der Wunschzettel ist explodiert. Deshalb schmeiße ich ja Kataloge immer gleich am Briefkasten weg – damit die Wünsche (auch und vor allem bei uns Eltern) gar nicht erst entstehen. Legokataloge finden aber alle toll zum Angucken und als Inspiration zum Bauen, deshalb haben wir manchmal einen da liegen. Der Wunschzettel ist also groß und voll, aber wir glauben trotzdem, die Herzenswünsche herausgefiltert zu haben.

Unsere Geschenke dieses Jahr

M. (6 Jahre) bekommt also Legosteine und einen Lego-Creator-Bausatz (der über die Wochen bis Weihnachten Platz 1 auf dem Wunschzettel verteidigen konnte).

E. (4 Jahre) ist großer Anna-und-Elsa-Fan. Film noch nie gesehen, aber ihr wisst ja, die KiTa. Sie wollte Barbies. Das haben wir nicht über uns gebracht. Plastik, Frauenbild, Herstellung sonstwo… Wir konnten sie zu weichen Puppen überreden (immer noch hergestellt in China, aber man kann nicht alles gleichzeitig schaffen). Ich hatte wirklich kurz drüber nachgedacht, langgliedrige (damit Barbie-ähnlich) Stoffpuppen im Anna/Elsa-Look selbst zu nähen. Aber realistischerweise habe ich den Gedanken gleich wieder begraben. Die Puppen bekommt sie also.
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Und außerdem noch dieses zuckersüße (ihr seht schon, dies ist einer „meiner“ Wünsche) Puppenhaus von Grimm’s. Klein, übersichtlich, wandelbar und zum Mitnehmen. Und Mama-Papa-Baby als Biegepüppchen – sowas wünscht sie sich auch schon ewig.

Zusätzlich gibt es noch zwei Geschenke für beide zusammen: Einen Roller und einen Wandkalender von Dawanda fürs Kinderzimmer.

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Die Großeltern gliedern sich mit ein und schenken nichts extra (hoch und heilig versprochen). Sie haben den Roller und den Lego-Bausatz übernommen (finanziell), unterm Baum wird aber alles von allen (bzw. vom Weihnachtsmann) kommen.

Wir Erwachsenen schenken uns schon länger entweder etwas zusammen (also z.B. eine Reise oder anderes, auf das wir lange sparen müssten) und / oder ein Geschenk, das der andere sich wünscht bzw. schon lange haben will aber nie kauft. Außerdem hat sich etabliert, dass ich unser Familien-Jahres-Fotoalbum zusammenstelle und das als Geschenk an alle auch unterm Baum liegt.

Unser Heiligabend

An Heiligabend steht das Baumschmücken im Vordergrund, kerzenbeschienenes Teetrinken mit Keksen und Vorlesegeschichte. Nachmittags gehen wir in die Kirche, treffen auf dem Rückweg oft den Weihnachtsmann (gerne auch mal bei der Pause im Späti…) und wenn wir im Dunkeln zurückkommen erklingt das Weihnachtsglöckchen, wir kommen ins Wohnzimmer mit dem Weihnachtsbaum, der strahlt und – singen erstmal Weihnachtslieder. Auch so eine Tradition aus meinem Elternhaus – Liedersingen, während man mit einem Auge schon zum Baum schielt und versucht, an Konturen die Geschenke zu erraten. Mit unseren kleinen Kindern schaffen wir bisher nur ein Lied, jedenfalls wenn wir im kleinen Kreis feiern. Je größer die Anzahl der Feiernden, desto mehr Lieder singen wir.

Und dann kommen natürlich die Geschenke und wir hoffen sehr, das dieses Jahr etwas besinnlicher gestalten zu können. Erstens durch die geringere Anzahl der Geschenke, sodass die Kinder tatsächlich damit dann auch spielen können und nicht von zehn weiteren wartenden Päckchen abgelenkt werden. Und tatsächlich auch durch fehlendes Geschenkpapier. Dafür haben wir uns zum einen entschieden, um diese Müllberge an Weihnachten zu vermeiden, zum anderen aber auch wegen der Kinder, die nur noch aufreißen und gar nicht mehr richtig schauen, was drin ist. Die Geschenke werden trotzdem erstmal noch versteckt sein – vielleicht breiten wir ein paar schöne Seidentücher darüber.

Nach der Bescherung gibt es ein schönes Essen und wir sitzen zusammen und – spielen :).

Vorschläge zum achtsamen Schenken

  • Kennt ihr die „Geschenke-Regel“, jedem Kind maximal vier Dinge zu schenken:
  1. Etwas, das sie sich wünschen
  2. etwas, das sie brauchen
  3. etwas zum Anziehen
  4. etwas zum Lesen.
  • Bei einer befreundeten, sechsköpfigen Familie aus meiner Kindheit gab es an Weihnachten für jedes Kind ein Geschenk – fertig aus. Und es sind alles ganz wunderbare Erwachsene geworden :).
  • Ein Familiengeschenk (z.B. eine Reise oder eine Veranstaltung besuchen) ist ein besonderes Geschenk für alle zusammen – sowas finden auch Kinder toll und wissen es zu schätzen. Da hat jede Familie sicher ihre eigenen Träume. Bei uns z. B. ist es seit unserem ersten Schwedenurlaub die Astrid-Lindgren-Welt in Smaland. Wir waren alle ganz verzaubert und wollen so gerne nochmal hin. Der Eintritt hat es aber wirklich in sich, also wissen die Kinder, dass das etwas ganz Besonderes ist.

Jede Familie kann ihren ganz eigenen Umgang mit dem Thema Weihnachten und Geschenken finden.  Was ich wirklich wichtig finde ist, die Wünsche jedes einzelnen im Auge zu behalten und beim Schenken, so viel Spaß es macht, den Beschenkten nicht zu vergessen. Für die Großeltern mag es toll sein, ihr Geschenk am 1. oder 2. Weihnachtstag persönlich zu überreichen – für die Kinder liegt mit Sicherheit mehr Magie darin, seine Geschenke vom Weihnachtsmann unterm Baum zu finden.

Die Eltern wollen natürlich pädagogisch wertvolles Holzspielzeug schenken. Aber wenn sich das Kind nun mal heiß und innig Lego / Barbie / Fillypferdchen wünscht, wird das wieder nur ein Spielzeug mehr sein, das herumliegt.

Soweit der Einblick in unser diesjähriges Weihnachtsfest – sofern es sich eben planen lässt. Wie es dann tatsächlich war, erfahrt ihr im neuen Jahr.

Zum spielzeugfreien Schenken wird es vor Weihnachten auch nochmal einen extra-Blogpost geben, vielleicht findet ihr da ja auch noch einige Anregungen, die euch weiterhelfen.

3 Gedanken zu “Spielzeugfreie Weihnachten…

  1. Meine Mama hat 4 Geschwister und daher war es bei ihnen Tradition, dass jeder nur ein Geschenk bekommt und auch, dass die Geschenke nicht eingepackt waren. Ich habe zwar mehr als ein Geschenk als Kind bekommen, aber sie waren auch nicht eingepackt.

  2. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie im Januar dein „Rückblick-Beitrag“ aussieht. Ob alles geplante geklappt hat (das wünsche ich euch) und vorallem: wie du Weihnachten danach gestalten würdest. Genauso? Jedenfalls verfolge ich das hier sehr interessiert. Du triffst bestimmt in vielen Familien einen Nerv (bei uns jedenfalls).

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