Spielzeugfreies Kinderzimmer – eine erste Bilanz

Seit zwei Monaten ist unser Kinderzimmer nun „spielzeugfrei“. Und gleich vorweg: Es ist ja gar nicht spielzeugfrei, nur spielzeugreduziert. Die Kurzfassung unseres „Systems“ lautet:

  • Alle Spielsachen wurden ordentlich verstaut und außer Reich- und Sichtweite der Kinder weggepackt
  • Jedes Kind durfte sich max. 3 Dinge aussuchen (wobei ein Ding z.B. eine Puppe mit ihren Anziehsachen oder die Legokiste sein kann), die es „unten“ im Zimmer zum Spielen haben möchte.
  • ca. 1 x die Woche besteht die Möglichkeit, Spielzeug auszutauschen
  • Im Zimmer geblieben sind die Verkleidungskiste und die Schreibtische mit Bastelmaterial.

Soweit so gut. Beim Ausräumen haben die Kinder begeistert mitgeholfen. Der 6-jährige hat das System ziemlich gut verstanden und freute sich darauf, weniger Aufräumen zu müssen, wollte aber vor allem uns Eltern glücklich machen, da wir so genervt vom vollgestellten Zimmer waren.

Die vierjährige hat das ganze noch nicht so richtig durchblickt, sobald wir ihr aber glaubhaft versichern konnten, dass sie ihre Lieblingspuppe zum Spielen behalten kann (bzw. wir sie gar nicht erst weggepackt haben), war es für sie auch OK.

Durch das große Interesse auf Facebook und im Freundeskreis entstand dieser Blog sowie die dazugehörige Facebook-Seite und die Facebook-Gruppe.

Großes Aufatmen

Dass es für uns Eltern eine große Erleichterung sein würde, das Kinderzimmer nicht mehr entweder im absoluten Chaos zu sehen oder Aufräumen zu müssen war uns eigentlich klar. Und so war es auch. Das Kinderzimmer ist jetzt groß und luftig, die bespielten Spielsachen sind entweder im Einsatz oder schnell weggepackt. Wir sparen dadurch viel Zeit und Nerven – was die Kinder natürlich schnell bemerkt und schätzen gelernt haben.

Dass es auch für die Kinder eine solche Erleichterung sein würde, nicht mehr vom ganzen Spielzeug erschlagen und abgelenkt zu werden, hat uns schon überrascht. Es haben sich schnell Lieblingsspielzeuge herauskristallisiert. Unser Sohn braucht eigentlich immer nur eine „Sache“ unten. Meistens sind es seine Legosteine und -bausätze. Als wir uns den Grimm’s Regenbogen aus unserem Laden ausgeliehen hatten, hatte er sich ergänzend dazu seine Matchboxautos gewünscht. Damit spielt er sehr konzentriert und lang andauernd. Was früher mit ihm ein großes Problem für uns war, dass es selten mal allein gespielt hat und ihm viel langweilig war, tritt kaum noch auf. Er freut sich sehr, wenn L. mit ihm zusammen Lego baut (sie sitzen dann total vertieft nebeneinander auf dem Teppich und bauen nebeneinander her, selten mal was zusammen), aber er spielt auch viel alleine. Und, auch das ist mehr geworden, seit wir das Spielzeug reduziert haben, viel mehr mit seiner Schwester E.

Rollenspiele waren vorher schon wichtig (vor allem Verkleiden), haben seit November aber deutlich zugenommen und sind auch kreativer geworden. Kartons oder andere „Abfallprodukte“ aus der Küche und Arbeitszimmer werden begeistert angenommen und ins Spiel integriert. Die beiden spielen jetzt auch öfter mit dem Spielzeug des anderen – also beide mit E. Puppen oder beide mit Lego / Autos. Das war früher ganz klar die Domäne des anderen und hat sich kaum gemischt.

E. malt außerdem wahnsinnig gern und bastelt. Seit der Boden ihres Zimmer-Teils frei ist, tut sie dies ausufernd auf dem Boden.

Sehr wichtig ist auch, dass die Kinder sich in der Wohnung frei bewegen können und, bis auf wenige Ausnahmen, auch mit allem spielen können. Bestes Beispiel ist wahrscheinlich die Küche, hier werden öfter Töpfe und Löffel entliehen. Über Weihnachten haben wir alle zusammen im Wohnzimmer gesessen und die Kinder hatten ihr Spielzeug da. Das war bisher immer ein No-Go, weil sonst die ganze Wohnung im Spielzeug ertrunken wäre. Da es jetzt aber insgesamt nicht mehr so viel gibt, ist es kein Problem und sorgt für ein ruhiges und schönes Miteinander.

Sind die Kinder ordentlicher geworden?

Nein, überhaupt nicht. Aber das war ja auch nicht Sinn der Sache. Ich erwarte von Kindergartenkindern überhaupt nicht, dass sie selbstständig ihr Zimmer aufräumen. Aber wenn ich E. früher gebeten habe, aufzuräumen, hat sie von vornherein kapituliert „Ich kann das nicht alles alleine!“. Bitte ich sie nun um das gleiche (Fragestellung in beiden Fällen: „E., hilfst du mir beim Aufräumen und packst die Puppen in die Wiege?“) dann fällt es ihr wesentlich leichter, das zu tun. Es liegen eben auch nur die Puppen da und daneben steht die Wiege, also ist sonnenklar, was sie tun soll.

M. hat sich im Zuge unseres Aufräumens ein eigenes Lego-Sortiersystem überlegt und hält es seitdem selbstständig ein.

Das Kinderzimmer sieht jetzt abends meistens so aus, dass bei M. diverse Haufen Lego verteilt sind, neben den Kisten und fertig gebauten Teilen. Die schieben wir etwas zur Seite, um freien Gang zum Fenster zu haben.

Bei E. liegen Seidentücher, Seile, Papier und Stifte verteilt auf dem Boden. Gerne auch Papierschnipsel (mit Papierschnipseln machen die beiden alles von Schnee bis Geld).

Im restlichen Zimmer liegen die Tobematte und die Softbausteine meist sehr verstreut, die sind schnell zusammengeschoben, falls sie im Weg liegen.

Das räumen wir nicht jeden Abend weg. Sie spielen am nächsten Tag sowieso wieder damit und es stört auch nicht wirklich. Wenn ich das Gefühl habe, dass die Stifte so verstreut sind, dass sie zum Malen niemand mehr wiederfindet, sortieren wir sie. Wenn gesaugt werden muss, räumen wir einmal komplett den Boden frei.

Da die Kinder neuerdings wieder beide bei uns im Elternbett schlafen, ist es auch nicht so wichtig, sich nachts im Kinderzimmer frei bewegen zu können. Im Gegenteil, so schleichen sie sich morgens aus unserem Bett und spielen friedlich und leise im Kinderzimmer – traumhaft.

Ist den Kindern Spielzeug jetzt weniger wichtig?

Bei der Kleinen hat sich das nicht wirklich verändert. Wenn sie etwas schönes sieht, will sie es haben und zwar sofort. Am nächsten Tag ist es meist vergessen. Ich glaube aber, für M. ist, genau wie für uns, wesentlich klarer geworden, was er toll findet und braucht und deshalb kann er seine Wünsche jetzt auch klarer benennen bzw. besser einschätzen, was ihm wirklich wichtig ist und was nicht.

Gibt es weniger Streit?

Das ist schwer zu sagen und sehr subjektiv. Geschwister finden immer einen Grund zum Streiten und brauchen das auch. Dadurch dass sie mehr und einträchtiger zusammen spielen, würde ich schon sagen, dass es weniger Streit um Spielzeug gibt. Bauen sie aber beide mit Lego, nimmt sich schon oft einer die Teile vom anderen oder baut einfach das Haus vom anderen weiter. Das endet meistens in Tränen und Gebrüll.

Wie wird es weitergehen?

Da sich herausgestellt hat, dass es pro Kind tatsächlich nur ca. 3 – 4 Spielzeuge gibt, die sich im Tauschturnus befinden, werden wir im nächsten Schritt alles andere Spielzeug in den Keller verstauen, sodass es wirklich außer Sicht ist.

Anfangs zuckte es mir noch in den Fingern, die Kinder an manches Spielzeug zu erinnern, á la „Wollt ihr nicht mal wieder mit den Schleich-Tieren spielen?“. Das habe ich mir zum Glück verkniffen. Sie wissen genau, was sie spielen wollen und suchen sich zur Not alles zusammen. Sie wissen auch noch, was wir alles haben und müssen nicht daran erinnert werden. Und manche Dinge, mit denen sie nie gespielt haben, fordern sie natürlich jetzt auch nicht ein.

Da wir keine Spielzeuge verkaufen oder verschenken würden, ohne das Einverständnis unserer Kinder zu haben, gehen die Dinge jetzt erstmal in den Keller, auch wenn wir sie dort wahrscheinlich kaum wieder hervorholen müssen. Aber sich endgültig zu trennen wäre für die beiden, besonders für E., zurzeit wohl noch zu schwierig, da lassen wir noch etwas Zeit ins Land gehen. Es eilt ja auch nicht.

Was wir sehr gerne tun und was auch für die Kinder in Ordnung ist, ist Spielzeug langfristig zu verleihen. Und als M. neulich zum Geburtstag einer KiTa-Freundin eingeladen war, die sich ein Kuscheltier wünschte, da haben wir ein (sehr gut erhaltenes) von unseren verschenkt.

Fazit

Würden wir das wieder tun? Ja, auf jeden Fall.

Könnten wir noch mal von vorne anfangen, würden wir erst gar nicht so viel Spielzeug anhäufen (s. auch „Tipps für ein spielzeugfreies Kinderzimmer„) und mehr auf die Interessen und Wünsche unserer Kinder achten.

In Zukunft werden wir nicht viel weiteres Spielzeug zukaufen. Unsere „Schenker“ haben dieses Weihnachten auch wirklich toll mitgemacht und haben glaub ich unsere Wünsche verstanden und unterstützen sie.

Dass der Zufluss an Spielzeug von außen eines der größten Probleme ist, zeigt die Beliebtheit des Beitrags „Was tun mit den Schenkenden“ auf diesem Blog, der wurde mit Abstands am öftesten aufgerufen. Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass das bei uns so gut funktioniert hat und hoffen, dass es auch in Zukunft so bleibt. Spannend wird sicherlich auch das Thema Kindergeburtstag.

Ich glaube, einer der Schlüsselfaktoren ist hier, wie auch sonst so oft im Leben, sich nicht so zu versteifen. Spielzeugfrei ist illusorisch und m. E. auch nicht wünschenswert, denn die Kinder wollen und sollen spielen und das nicht nur mit selbstgebasteltem. Kann man die Spielzeugflut von außen nicht stoppen, wäre eine mögliche Reaktion z. B., die „von innen“ einzustellen. Zum Geburtstag wird es von uns in Zukunft Reisen, Aktivitäten u. ä. geben. Dann sind ein paar Spielzeuge von den Freunden auch nicht weiter schlimm. Und vielleicht können ja hier die Wünsche auch in Bahnen gelenkt werden, die zum Konzept passen.

 

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten?

Rückblick auf dieses und Pläne fürs nächste Fest

Weihnachten ist vorbei, die bunten Teller sind schon ratzekahl leer gefressen und jedes der Kinder hat schon mindestens zwei Mal gefragt, wann denn wieder Weihnachten sei. War wohl schön :).

Wie unsere Pläne für dieses Jahr aussahen, wisst ihr ja bereits. Auch welche Geschenke es bei uns geben sollte, hatte ich geschrieben. Wie es nun tatsächlich war?

Großes Thema bei uns war das Wetter. Viel zu warm (15°C…) um sich nach Weihnachten anzufühlen. So richtig stellte sich die Weihnachtsstimmung erst ein, als es dunkel wurde. Den 24.12. haben wir mit einem gemütlichen Frühstück begonnen und anschließend ENDLICH den Weihnachtsbaum geschmückt. Die Nerven lagen bei allen etwas blank, es gab Streit um Nichtigkeiten (wer hat wie viele Buntstifte?!), die mich an den Rand des Nervenzusammenbruchs gebracht haben.

Baumschmücken

 

Nachdem wir die Kinder dann noch mit einem schnellen Mittagessen gequält haben, sind wir endlich losgegangen zu Freunden zum Bratapfel essen. Die Kinder haben im Pullover draußen gespielt und sozusagen das Frühlingswetter genossen (ja, es hat uns wirklich schwer getroffen) bis es dann dunkel wurde und alle zusammen in die Kirche gezogen sind. Obwohl der Gottesdienst wirklich schön und kurzweilig war, haben es die Kinder nicht lange ausgehalten und mussten bald in die Spielecke ausquartiert werden. Wir Erwachsenen haben die Stunde aber sehr genossen und aus vollem Hals Weihnachtslieder gesungen, was für mich einfach dazu gehört.

Wieder zuhause hat L. die Kinder im Innenhof kurz abgelenkt (Weihnachtsmannspuren suchen), während ich die Kerzen am Baum angezündet habe – die Geschenke lagen schon drunter. So konnten die Kinder dann auch gleich ins Weihnachtszimmer, als sie zur Tür reinkamen.

Es sah dann doch nach ziemlich viel aus. Das Lego war viel mehr, als ich gedacht hatte – aber M. war überglücklich. Die Kinder hatten jedenfalls nicht zu wenig auszupacken, haben dann aber mit ihren heiß gewünschten Sachen auch sofort innigst gespielt. Dieser Plan ist also aufgegangen – es wurde nicht nach „mehr“ geschrien!

Bunter Teller

Da wir sonst fast nie Süßkram essen, haben wir den Kindern einen vollen bunten Teller zu Weihnachten gegönnt (und auch Schokoladenschmuck an den Baum gehängt).

Weihnachtsgeschenke

Besonders das Lego hat uns wirklich extrem entspannte Feiertage beschert, denn die Kinder sind früh morgens ins Wohnzimmer geschlichen und haben gebaut und gebaut… E. fand man zwischendurch oft ganz leise im Kinderzimmer, mit ihren Anna-und-Elsa-Puppen spielend oder im Eiskönigin-Malbuch malend, während M. wirklich ohne Pause baut. Mit und ohne Anleitung. Mit und ohne Papa. L. ist nämlich genauso begeistert von der Legofülle wie der Kleine…

Die erste Fahrt mit dem neuen Roller, den wir bewusst beiden Kindern zusammen geschenkt haben, offenbarte den nächsten Streitherd, denn natürlich klappte das mit dem Abwechseln nicht. So gebietet zwar die Logik, dass zwei Roller für zwei Kinder reichen sollten (ein alter und ein neuer), wenn der neue aber wirklich um Welten besser fährt und der alte ein lautes Klappergestell ist, dann funktioniert das eben doch nicht. Wir werden also noch einen zweiten nachkaufen müssen – da gehen wir dann doch den Weg des geringeren Widerstands als uns auf jedem Spaziergang von neuem als Mediatoren versuchen zu müssen.

Übrigens: Beim Besuch von Freunden am zweiten Weihnachtstag hatte E.s Freundin ein Plüscheinhorn geschenkt bekommen und mitgebracht. Sofort waren E.s sämtliche Weihnachtsgeschenke vergessen und sie wollte nur noch so ein Einhorn haben. Nebenbei bemerkt: sie hat eins, nur ein kleineres, dafür kann das sogar wiehern (was sind wir über unseren Schatten gesprungen…). Mit dem spielt sie selten. Trotzdem war über Stunden Heulen und Zähneklappern. Da hätten wir genauso gut auch gar nichts schenken können – solche Situation gibt es wohl immer.

Trotzdem hatten wir sehr harmonische Tage, die wir fast komplett zu viert im Wohnzimmer verbracht haben, sehr im Einklang und zufrieden. Unsere Kinder lieben nichts mehr, als uns alle zusammen zu haben. Und das ist doch eigentlich ein sehr einfach zu erfüllender Wunsch!

Geschenke von Familie und Freunden

Die Sache mit den Geschenken von anderen hat super geklappt. Die Großeltern haben sich akribisch an unsere Bitte gehalten und auch andere Freunde und Verwandte haben vorher gefragt, ob und was es sein darf, so gab es dann von meiner Cousine z. B. explizit gewünschte Perlen-Stifte zum Basteln oder einen gemeinsamen Ausflug von Freunden.

 

Nächstes Jahr Weihnachten

Weihnachtsbaum

Unsere Pläne für nächstes Jahr? Auf jeden Fall werden wir versuchen, bei einem Geschenk pro Kind zu bleiben. Dieses Jahr ging das sozusagen nicht mehr, weil die Wunschzettel ja schon vor unserem rigorosen Aussortieren erstellt waren.

Außerdem werden wir versuchen in den Schnee zu fahren, und wenn wir dafür nach Lappland müssen. Das hat uns allen so sehr gefehlt, dass das als Familiengeschenk auf jeden Fall alle glücklich machen wird.

Auch Aktivitäten schenken werden wir vermehrt. Gestern war ich mit den Kindern (L. war erkältet) im Spaßbad und wenn ich mir die beiden so angeschaut habe, war das eigentlich das tollste, was wir an den ganzen Weihnachtstagen gemacht haben!

Spielzeug im nächsten Jahr

Vor Weihnachten hatten wir das Kinderzimmer komplett leer geräumt, weil ja Spielzeuggeschenke zu erwarten waren. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass die Kinder wirklich mit ihren drei Spielzeugen locker klarkommen und meistens gar nicht tauschen wollen. Also werden alle nicht benutzten Spielsachen nun in den Keller wandern und so einige im nächsten Schritt auch ganz unseren Besitz verlassen.

Das Kinderzimmer werden wir dafür wieder etwas großzügiger gestalten (das Trennregal auflösen), da die Kindern mehr gemeinsam spielen und mehr Platz zum Toben brauchen.

Unseren ausführlichen Rückblick auf unsere spielzeugfreie Zeit dieses Jahr und den Ausblick aufs nächste Jahr gibt es hier im Blog in den nächsten Tagen!

 

Tipps fürs spielzeugfreie Kinderzimmer

Ein spielzeugfreies Kinderzimmer zu schaffen müsste eigentlich ganz einfach sein (alles raus), ist es aber, das wissen wir alle, in der Praxis nicht. Es gibt aber eine Tricks, mit denen wir uns das Leben leichter machen können. Wir haben sicherlich noch nicht alle, wir haben ja selber auch gerade erst angefangen, aber vielleicht helft ihr uns beim Sammeln, damit Generationen von Eltern nach uns von unseren Erfahrungen zehren können?

  1. Gar nicht erst anfangen.
    Haha, sehr witzig. Ja, aber im Ernst, das ist natürlich der einfachste weg, der Spielzeughölle zu entgehen! Wenn man es schafft sich von der Vorstellung zu lösen, Kinder bräuchten Spielzeug, dann schafft man fürs Baby erst gar nichts an. Für Babys ist ein Holzkochlöffel etwas ganz tolles. Schneebesen – WOW! Dein Halstuch (riecht auch noch so gut!). Ein – gut verschlossenes – Säckchen mit trockenen Erbsen. Mehr. Braucht. Es. Nicht. EHRLICH!!!
  2. Auf Wünsche warten.
    Wenn in unserem Kinderzimmer nur Dinge wären, die die Kinder sich wirklich selbst gewünscht haben, hätten wir kein Problem. Ganz einfach. Ein paar Beispiele? Wir haben verschiedene „Klassen“ von Spielzeugen:
    a) Wir fanden es toll / dachten die Kinder brauchen es. Dazu gehört z. B.
    – die Kinderküche
    – das Puppenbaumhaus (soooo schön!)
    – die Murmelbahn (gehört auch in Kategorie b)
    – Holzbausteine
    – Schleich-Tiere und andere Tierfiguren

    b) Relikte aus der eigenen Kindheit, die von den Großeltern (oft ungefragt) über uns ausgeschüttet wurden, dazu gehören z. B.
    – Unmengen an Kuscheltieren
    – Puppen und Puppenkleidung
    – altes Playmo und Lego

    c) Geschenke von anderen ohne entsprechende Wünsche dazu.

    Was sich unsere Kinder tatsächlich selbst gewünscht haben? Ich würde sagen, es fing so mit 3 an. Zum vierten Geburtstag gab es wirklich konkrete Wünsche. Der erste Wunsch unseres Sohnes war (zum 3. Geburtstag) ein Fahrrad. Seitdem wünscht er sich eigentlich immer die nächste Größe, sobald es auch nur ansatzweise passen könnte. Seit er Lego kennengelernt hat, stehen die kleinen Steine ganz oben auf der Liste. Aber nicht Steine, Türen und Fenster (so hab ich mit Lego gespielt), sondern er will (Raum-)Schiffe bauen, Fahrzeuge und Roboter.

    Unsere Tochter (4 Jahre) wünscht sich IMMER Puppen. Und hat sehr genaue Vorstellungen. Meine wunderschöne, von meiner Mutter seinerzeit handgenähte Waldorfpuppe dient nur als Deko (und zum Haareschneiden-Üben – AAAAHHHH). Sie will Puppen mit Haaren, die man kämmen kann / die die Augen auf und zu machen / eine Babypuppe. Und mit denen spielt sie auch.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Wir sollten aufhören, den Kindern das zu schenken, was wir gerne (gehabt) hätten und müssen anfangen, ihnen zuzuhören. Das sind sicherlich nicht immer die Sachen, die wir gut finden. Bis wir E. die heißersehnten Barbies schenken wird es noch eine Weile dauern, die finden wir einfach zu eklig. Aber es wird sie glücklich machen. Momentan hat sie mit einer Freundin getauscht – sie hat die Elsa-Barbie, die Freundin eine ihrer Puppen.

    Aber aufgepasst: Es gibt diese kurzlebigen Wünsche (gerade bei Max gesehen, das will ich auch!) und es gibt die tiefen Wünsche, die bleiben!

  3. Leihen statt kaufen.
    Viele Dinge sind heiß erwünscht und dann liegen sie nach ein, zwei oder drei Monaten doch nur noch rum. Wie praktisch wäre es, das Spielzeug dann einfach zurückgeben zu können. Neben kommerziellen Angeboten wie www.meine-spielzeugkiste.de kann man das auch ganz einfach im Freundeskreis organisieren. Den tollen Grimm’s Regenbogen (ja, ich bin verliebt) muss sich ja nicht jeder in der Pekip-Gruppe anschaffen. Wenn einer den Regenbogen hat, eine die schönen Bausteine und einer einen Fundus an Schleich- oder Ostheimer- oder sonstigen Tierfiguren, dann könnt ihr einen schönen Tauschkreis ins Leben rufen und eure Kinder werden Freude an dem jeweils einen Spielzeug haben, das gerade bei euch ist.
  4. Platz begrenzt halten.
    Im ersten Kinderzimmer hatten wir ein kleines Regal mit vier Fächern. Das sah anfangs ganz schick aus, in einem Fach stand ein kleiner Korb mit Holzbausteinen, in einem ein Brummkreisel (fällt eindeutig in Kategorie a), damit hat NIE jemand gespielt), in einem eine kleine Tierszenerie und in einem ein großer Korb mit der Murmelbahn (s.o.).
    Im zweiten Lebensjahr wurden daraus 8 Fächer und so ging es weiter.
    Unser Tipp also: Bleibt beim 4-Fächer-Regal. Wenn das voll ist, muss getauscht werden (oder gestoppt!!!).
    Euren Kleiderschrank baut ihr ja auch nicht immer weiter aus (oder???), sondern wenn er voll ist und nichts mehr rein geht, dann müsst ihr aussortieren.
  5. Ausprobieren und Vorteile erkennen.
    Ich bin verliebt in das Spiel meiner Kinder, seit ihr Kinderzimmer nicht mehr überquillt. Sie spielen ruhiger und konzentrierter. Sie sind wahnsinnig kreativ. Sie sehen eine Werbeprospekt und sind drei Stunden damit beschäftigt damit zu basteln. Sie nehmen sich ein Tuch und dann ist das erst die Schlitterbahn, wird zum Königsumhang und dient später als Höhle oder Puppendecke. Je weniger sie haben, desto mehr können sie damit spielen.
    Ich entschuldige mich hiermit bei meinen Kindern, sie so mit Spielzeug vollgemüllt zu haben, dass sie das einzelne gar nicht mehr sehen konnten und ihnen so ihr Spiel erschwert zu haben.
  6. Überlegen, ob es wirklich SPIELzeug sein muss.
    Soll heißen: Wahrscheinlicher ist es oft, dass ihr das Gewünschte schon besitzt, nur ist es bisher nicht als Spielzeug deklariert. Beispiel Kinderküche. Wir haben Puppengeschirr und -besteck, kleine Töpfe, kleine Döschen, einen kleinen Puppenherd.
    Am liebsten spielen die Kinder aber mit unserem echten Geschirr (also, die Porzellanteller geben wir jetzt nicht unbedingt raus, aber die unzerstörbaren Untertassen sind genauso beliebt) auf einem umgedrehten Hocker.
    Unser Nachbarsbaby, das wir neulich zum Babysitten da hatten, hat hochkonzentriert Kastanien aus einem Schälchen in ein anderes sortiert, mitten in der Küche während wir gekocht haben – alle drei Kinder hatten Riesenspaß dabei (für uns Eltern war es auch praktisch, weil sie uns nicht zwischen den Beinen herumgelaufen sind, wir sie aber gleichzeitig im Blick hatten.
  7. „Gutes“ Spielzeug auswählen.
    Ja, das widerspricht jetzt dem Punkt „auf Wünsche warten“. Manches ist aber so vielseitig, dass es eine Bereicherung fürs Kinderzimmer sein kann (wenn man denn unbedingt Spielzeug haben / kaufen will). Wir finden z.B. die Auswahl der Lieblingsspielzeuge von Anja und Christian Von Guten Eltern sehr gut und können sie voll unterschreiben. Das sind auf jeden Fall Dinge, an denen die Kinder lange Freude haben werden (wenn ihr dabei die Vorlieben eurer Kinder berücksichtigt – unsere spielen ja z. B. wie gesagt nicht mit Tieren).

Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen und erweitern die Liste sehr gern!

Spielzeugfrei schenken

Geschenke sind ein Ausdruck unserer Liebe. Wir sind damit aufgewachsen und unsere Kinder meistens auch schon. Einfach damit aufzuhören fällt also naturgemäß sehr schwer, denn dann braucht man scheinbar einen Ersatz. Feiertage wie Geburtstag oder Weihnachten müssen anderweitig gefüllt werden, Traditionen und Rituale neu erfunden. Gewohnheiten und Erwartungen können wir nicht einfach von heute auf morgen ändern.

Toll ist es natürlich, wenn man mit einem kleinen Baby sich als Familie erst findet und von vornherein erst gar nicht damit anfängt. Die meisten von uns werden sich aber erst nach und nach mit diesem Thema so weit auseinandersetzen, dass sie in Umdenken wünschen.

Wie können wir diese gewohnten Feiertage nun anders gestalten? Jeder feiert anders – das kann man sich zunutze machen um den Kindern sich ändernde Rituale zu erklären und Vergleiche abzusschwächen (die meistens sowieso eher in den Köpfen der Eltern stattfinden als in denen der Kinder). Ein auf den Weihnachtsbaum mit Geschenken zentriertes Fest kann vielleicht eine andere Richtung einschlagen, in dem man zunächst weniger Geschenke verteilt und diese der Reihe nach verteilt und auspackt. Das Gewicht des Tages kann auf einem wunderschönen Essen liegen, gemeinsame Spiele, Vorlesen der Weihnachtsgeschichte (oder einer anderen winterlichen Geschichte), Zelebrieren des Kerzenanzündens – was ist euch am Wichtigsten und was findet ihr am schönsten am Fest – neben den Geschenken?

Bei unseren ersten Weihnachtsfesten mit Kindern waren wir schockiert von den Kindern, die in rasanter Geschwindigkeit ein Geschenk nach dem anderen aufrissen, beiseite warfen und nach dem nächsten schauten. Durch die schiere Menge verloren sie den Blick für das einzelne. Unser erster Schritt ist also, die Anzahl an Paketen einzuschränken, außerdem mehr Gemeinschaftsgeschenke zu machen. L. und ich schenken uns schon länger wenig Gegenständliches, dafür eher Reisen oder Ausflüge. Die Kinder da mit einzubeziehen funktioniert gut, da auch sie diese Zeit mit uns immer sehr lieben.

Wir haben ein bisschen Ideen gesammelt, falls ihr noch nicht so richtig wisst, wie ihr die Päckchen unterm Baum ersetzen könnt oder wenn ihr noch Ideen für Großeltern u. ä. braucht:

Zeit
Ein Tag KiTa-frei. Ein schöneres Geschenk können wir unseren Kindern tatsächlich nicht machen. Mittagskind. Ein Tag nur mit Mama/Papa. Je nach Alter der Kinder ist die gemeinsame exklusive Zeit etwas wirklich besonderes (ein Dreijähriges wird das noch nicht so wirklich mitkriegen).

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Ausflüge / Aktivitäten
Wir waren schon lange nicht mehr im Zoo. Wir lieben den Wildpark Schorfheide. Unsere Kinder flippen aus, wenn wir zum Schwimmen ins Wellenbad fahren…
Andere gehen gern ins Theater, je nach Alter vielleicht auch ins Kino.
Ein gemeinsamer Filmabend oder Kuschelabend mit Vorlesegeschichte und Popcorn. Keksebacken. Grillen. Lagerfeuer mit Stockbrot. Eine Radtour in den Streichelzoo. Ein Tag nur mit Mama/Papa. Auf den Spielplatz mit Oma und Opa. Drachensteigen gehen mit dem Patenonkel.
Was macht eure Familie glücklich?

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Kurse (z.B. Ballett, Sportkurs, Musikunterricht…)
Hier bitte auf jeden Fall auf den Wunsch warten, denn wenn das Kind das nicht von Herzen will, dann ist es auch nicht wirklich ein Geschenk…
Das eignet sich übrigens auch wirklich gut für Großeltern :).

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Fotoalben
Unsere Kinder LIEBEN Fotoalben. Wir machen jedes Jahr ein Fotobuch aus dem vorvergangenen Jahr (übrigens immer mein Weihnachtsgeschenk an die Familie). Das aus ihrem Geburtsjahr lieben sie jeweils besonders und ziehen es sich öfter allein aus dem Regal um es anzuschauen. M. hat als Baby ein kleines Einsteckalbum mit Fotos von lieben Menschen von uns bekommen, wir haben damit immer die Namen mit ihm geübt. Das schauen sich die Kinder immer noch gerne an und erweitern es mit neuen Fotos.

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Bastelmaterial, Verbrauchsgegenstände

  • Stifte, Kleber, Papiere, Blöcke
  • „Besondere“ Materialien (wir wünschen uns dieses Jahr z.B. Perlenmaker zum Verzieren von Steinen oder Holzschachteln…)
  • Bügelperlen (da gibt es auch wirklich tolle Vorlagen für. Unsere Neujahrskarten letztes Jahr bestanden aus gebügelperlten Buchstaben – toll für Kinder, die sich mit Buchstaben und Lesen beschäftigen)
  • Kerzen, Motivseife…

Essen

  • Trockenobst
  • Selbstgebackene Kekse
  • Essen gehen (wenn eure Kinder und ihr das mögen)
  • Lieblingsessen kochen (zusammen?)

Momentan wimmelt das Internet von Geschenkideen, die man nicht kaufen kann – ihr findet sicherlich auch das passende für euch. Vielleicht habt ihr auch noch tolle Ideen, die ihr hier mit aufgeführt sehen möchtet?

Wir sind gespannt!

 

 

Spielzeugfreie Weihnachten…

Komplett spielzeugfrei ist bei uns weder das Kinderzimmer noch das Weihnachtsfest. Wie gesagt, es geht ja nicht darum, das Spielzeug komplett aus unserem Leben zu verbannen, sondern das Zuviel daran.

Bevor wir mit dem spielzeugfreien Kinderzimmer begannen, hatten die Kinder schon ellenlange Wunschzettel. M. hatte sich Legosteine (ganz viele) gewünscht, was sich sehr gut mit unseren Vorstellungen deckte, denn von L. stehen noch diverse Kisten Legosteine auf dem Dachboden seiner Eltern. Nachhaltig, günstig und schönes Spielzeug, was M. wirklich Spaß macht – da sind wir voll dabei. Dann ist dem Kinde ein Legokatalog in die Hände gefallen und der Wunschzettel ist explodiert. Deshalb schmeiße ich ja Kataloge immer gleich am Briefkasten weg – damit die Wünsche (auch und vor allem bei uns Eltern) gar nicht erst entstehen. Legokataloge finden aber alle toll zum Angucken und als Inspiration zum Bauen, deshalb haben wir manchmal einen da liegen. Der Wunschzettel ist also groß und voll, aber wir glauben trotzdem, die Herzenswünsche herausgefiltert zu haben.

Unsere Geschenke dieses Jahr

M. (6 Jahre) bekommt also Legosteine und einen Lego-Creator-Bausatz (der über die Wochen bis Weihnachten Platz 1 auf dem Wunschzettel verteidigen konnte).

E. (4 Jahre) ist großer Anna-und-Elsa-Fan. Film noch nie gesehen, aber ihr wisst ja, die KiTa. Sie wollte Barbies. Das haben wir nicht über uns gebracht. Plastik, Frauenbild, Herstellung sonstwo… Wir konnten sie zu weichen Puppen überreden (immer noch hergestellt in China, aber man kann nicht alles gleichzeitig schaffen). Ich hatte wirklich kurz drüber nachgedacht, langgliedrige (damit Barbie-ähnlich) Stoffpuppen im Anna/Elsa-Look selbst zu nähen. Aber realistischerweise habe ich den Gedanken gleich wieder begraben. Die Puppen bekommt sie also.
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Und außerdem noch dieses zuckersüße (ihr seht schon, dies ist einer „meiner“ Wünsche) Puppenhaus von Grimm’s. Klein, übersichtlich, wandelbar und zum Mitnehmen. Und Mama-Papa-Baby als Biegepüppchen – sowas wünscht sie sich auch schon ewig.

Zusätzlich gibt es noch zwei Geschenke für beide zusammen: Einen Roller und einen Wandkalender von Dawanda fürs Kinderzimmer.

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Die Großeltern gliedern sich mit ein und schenken nichts extra (hoch und heilig versprochen). Sie haben den Roller und den Lego-Bausatz übernommen (finanziell), unterm Baum wird aber alles von allen (bzw. vom Weihnachtsmann) kommen.

Wir Erwachsenen schenken uns schon länger entweder etwas zusammen (also z.B. eine Reise oder anderes, auf das wir lange sparen müssten) und / oder ein Geschenk, das der andere sich wünscht bzw. schon lange haben will aber nie kauft. Außerdem hat sich etabliert, dass ich unser Familien-Jahres-Fotoalbum zusammenstelle und das als Geschenk an alle auch unterm Baum liegt.

Unser Heiligabend

An Heiligabend steht das Baumschmücken im Vordergrund, kerzenbeschienenes Teetrinken mit Keksen und Vorlesegeschichte. Nachmittags gehen wir in die Kirche, treffen auf dem Rückweg oft den Weihnachtsmann (gerne auch mal bei der Pause im Späti…) und wenn wir im Dunkeln zurückkommen erklingt das Weihnachtsglöckchen, wir kommen ins Wohnzimmer mit dem Weihnachtsbaum, der strahlt und – singen erstmal Weihnachtslieder. Auch so eine Tradition aus meinem Elternhaus – Liedersingen, während man mit einem Auge schon zum Baum schielt und versucht, an Konturen die Geschenke zu erraten. Mit unseren kleinen Kindern schaffen wir bisher nur ein Lied, jedenfalls wenn wir im kleinen Kreis feiern. Je größer die Anzahl der Feiernden, desto mehr Lieder singen wir.

Und dann kommen natürlich die Geschenke und wir hoffen sehr, das dieses Jahr etwas besinnlicher gestalten zu können. Erstens durch die geringere Anzahl der Geschenke, sodass die Kinder tatsächlich damit dann auch spielen können und nicht von zehn weiteren wartenden Päckchen abgelenkt werden. Und tatsächlich auch durch fehlendes Geschenkpapier. Dafür haben wir uns zum einen entschieden, um diese Müllberge an Weihnachten zu vermeiden, zum anderen aber auch wegen der Kinder, die nur noch aufreißen und gar nicht mehr richtig schauen, was drin ist. Die Geschenke werden trotzdem erstmal noch versteckt sein – vielleicht breiten wir ein paar schöne Seidentücher darüber.

Nach der Bescherung gibt es ein schönes Essen und wir sitzen zusammen und – spielen :).

Vorschläge zum achtsamen Schenken

  • Kennt ihr die „Geschenke-Regel“, jedem Kind maximal vier Dinge zu schenken:
  1. Etwas, das sie sich wünschen
  2. etwas, das sie brauchen
  3. etwas zum Anziehen
  4. etwas zum Lesen.
  • Bei einer befreundeten, sechsköpfigen Familie aus meiner Kindheit gab es an Weihnachten für jedes Kind ein Geschenk – fertig aus. Und es sind alles ganz wunderbare Erwachsene geworden :).
  • Ein Familiengeschenk (z.B. eine Reise oder eine Veranstaltung besuchen) ist ein besonderes Geschenk für alle zusammen – sowas finden auch Kinder toll und wissen es zu schätzen. Da hat jede Familie sicher ihre eigenen Träume. Bei uns z. B. ist es seit unserem ersten Schwedenurlaub die Astrid-Lindgren-Welt in Smaland. Wir waren alle ganz verzaubert und wollen so gerne nochmal hin. Der Eintritt hat es aber wirklich in sich, also wissen die Kinder, dass das etwas ganz Besonderes ist.

Jede Familie kann ihren ganz eigenen Umgang mit dem Thema Weihnachten und Geschenken finden.  Was ich wirklich wichtig finde ist, die Wünsche jedes einzelnen im Auge zu behalten und beim Schenken, so viel Spaß es macht, den Beschenkten nicht zu vergessen. Für die Großeltern mag es toll sein, ihr Geschenk am 1. oder 2. Weihnachtstag persönlich zu überreichen – für die Kinder liegt mit Sicherheit mehr Magie darin, seine Geschenke vom Weihnachtsmann unterm Baum zu finden.

Die Eltern wollen natürlich pädagogisch wertvolles Holzspielzeug schenken. Aber wenn sich das Kind nun mal heiß und innig Lego / Barbie / Fillypferdchen wünscht, wird das wieder nur ein Spielzeug mehr sein, das herumliegt.

Soweit der Einblick in unser diesjähriges Weihnachtsfest – sofern es sich eben planen lässt. Wie es dann tatsächlich war, erfahrt ihr im neuen Jahr.

Zum spielzeugfreien Schenken wird es vor Weihnachten auch nochmal einen extra-Blogpost geben, vielleicht findet ihr da ja auch noch einige Anregungen, die euch weiterhelfen.

Advent, Advent…

Unseren Adventskranz haben wir schon seit ein paar Tagen auf dem Küchentisch stehen und seitdem freuen sich die Kinder auf das Anzünden der ersten Kerze. Beide sind schon geübt im Umgehen mit Streichhölzern und so dürfen sie abwechselnd anzünden und lieben die Zeremonie. Bei unserem Sohn ist Zeit, Uhrzeit und Kalender sowieso gerade großes Thema, er freut sich sehr über das Herunterzählen bis Weihnachten (er fragt schon seit ca. 78 Tagen) und die vier Kerzen, die die vier Wochen darstellen.

Gestern haben wir die Weihnachtskarte hervorgeholt und die Wohnung geschmückt,  etwas gebastelt hatten wir dieses Jahr auch schon.

Es ist schön zu sehen, wie den Kindern unsere „Adventselemente“ der letzten Jahre wieder einfallen – Weihnachtsbaum schlagen, auf den Weihnachtsmarkt gehen, Plätzchen backen, Adventsteetrinken, Punsch kochen,  Lieder singen… Das macht für sie die Adventszeit aus.

Auch der Adventskalender kam zur Sprache und die Erinnerung hat mich wirklich überrascht. Ich habe ja im letzten Beitrag beschrieben, wie unsere Adventskalender bisher aussahen. Woran M. sich nun erinnert, sind aber Bilder (die wir so noch nie hatten) und „da war auch mal eine Kette mit kleinen Päckchen, da waren Lebkuchen drin. Und ein Sticker!“ – also tatsächlich die „allerkleinsten“ Geschenke, die wir je hineingetan haben. So fällt es uns Erwachsenen natürlich wesentlich leichter, den Kalender dieses Jahr komplett Dingfrei zu gestalten.

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Heute morgen haben wir dann also die erste Kerze auf dem Adventskalender entzündet und mit den Kindern überlegt, was Advent bedeutet – dass die „Ankunft des Herrn“, die Geburt Jesu vorbereitet wird.  Unsere Kinder gehen in einen evangelischen Kindergarten, sind also wesentlich bibelfester als wir selbst und kennen viele Geschichten schon –  die Weihnachtsgeschichte sowieso. Heute morgen haben wir aber auch über das (vorreligiöse) Lichtenstein gesprochen,  das an Weihnachten ursprünglich gefeiert wurde und das den Kindern auch  sehr einleuchtend schien. Etwas Licht in die dunkle Jahreszeit bringen, mit dem Weihnachtsschmuck etwas Glanz in das verregnete Grau des nahenden Winters….

Unsere Tochter sollte mit dem Kinderchor auch  im Adventsgottesdienst heute singen. Sie hat es sich  angesichts der gut besuchten Kirche dann doch noch anders überlegt,  aber auch so war der Gottesdienst eine schöne Einstimmung auf die kommende Zeit.

Und was macht das spielzeugfreie Kinderzimmer? M. hat letzte Woche seine Legokiste geholt und baut seitdem hochkonzentriert und sehr viel ausdauernder als früher. Sonst ist nichts mehr in seinem Teil des Zimmers. Er hat alle Teile farblich sortiert (vorher war alles in einer Kiste zusammen –  so furchtbar viel haben wir auch noch nicht).

E. bleibt dem Rollenspiel treu,  bastelt und malt und baut auch mit,  das ist relativ neu. Bei ihr im Zimmer sind zurzeit viele Decken und Kissen und  ihr Arztkoffer. Sehr oft haben wir auch ihren Friseurbesuch letzte Woche nachgespielt…

Der Tag war voll,  wir haben Freunde besucht und waren kaum zuhause –  die Fotos vom aktuellen Spielzeug werde ich morgen nachreichen!

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch etwas ausgemistet? In unserer Facebookgruppe Spielzeugfreies Kinderzimmer freuen wir uns über regen Austausch und  Inspirationen!

Spielzeugfreier Adventskalender

Der Adventskalender…  eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen! Meine Mutter hat uns jedes Jahr einen wunderschönen Kalender gebastelt mit wunderbaren Kleinigkeiten. Noch heute erzählt sie von unserer Waldorfkindergartenzeiten, als sie 48 Walnüsse bruchfrei knacken, gold lackieren und dann mit Kleinigkeiten befüllen musste. Wir hatten ein paar Jahre ein Weihnachtsdorf aus nummerierten Papphäusern, mit Watteschnee dekoriert und drunter lagen die Adventsinhalte. Päckchen an langen Schnüren aufgehängt hatten wir, glaube ich, meistens. Drinnen waren Stempel, kleine Döschen, manchmal etwas „Großes“ wie Kinokarten, manchmal Süßigkeiten. Wir haben es geliebt. Mein Bruder und ich hatten, glaube ich, jeder einen. Jedenfalls kann ich mich nicht an Streit erinnern. Nur an dieses furchtbare nicht-vorher-reingucken-Dürfen.

Dann kam unser Sohn auf die Welt und im ersten Jahr (da war er drei Monate) habe ich mich noch zurückgehalten. Im nächsten Jahr hat er dann seinen ersten Adventskalender bekommen – ein Steckspiel, von dem er Tag für Tag ein Teil bekam. Er hat natürlich die Bedeutung überhaupt nicht verstanden (und ehrlich gesagt auch mit dem Steckspiel nie gespielt). Dann kam seine Schwester auf die Welt und seitdem stehen wir jedes Jahr vor Entscheidungen wie

  • ein gemeinsamer Kalender oder für jeden einen?
  • Welche Kleinigkeiten können rein, die nachher nicht nur im Zimmer rumfliegen?
  • Wie befüllen wir ihn ohne uns finanziell zu ruinieren?
  • Wie vermeiden wir Streit und es bekommt trotzdem jeder, was ihm Freude macht?
  • Muss es wirklich in der Weihnachtszeit jeden Tag ein Geschenk oder Süßkram geben?

Egal wie wir uns entschieden haben, die Kinder geiferten auf die Geschenke, stritten sich darum, wer das Päckchen abschneiden / Tütchen oder Türchen öffnen durfte, wer welche Farbe bekam und waren generell ab Mitte November unausstehlich durch die ständige Zuckerzufuhr. Am Nikolaustag bekamen sie von uns einen moderat gefüllen Nikolausstiefel, in der KiTa nochmal einen Schokoweihnachtsmann und Klein-Schokolade, an der Türklinke hing eine Süßigkeitentüte von der Nachbarin und dann kam auch noch ein Nikolauspaket (PAKET!) von den Großeltern. Nikolaus – nicht Weihnachten! Wir waren alle etwas geplättet. Letztes Jahr entschlossen wir uns, nicht länger mitzumachen und zurückzurudern.

Der Adventskalender ist doch ursprünglich dafür da gewesen, die Zeit bis Weihnachten sichtbar zu machen. Jeden Tag ein Türchen öffnen – und waren dahinter nicht mal Bildchen? Ein kleines Stück Schokolade? Den Kalender sozusagen greifbar machen für Kinder, die noch nicht wirklich ein Zeitgefühl haben. Für die „noch 24 Mal schlafen“ vielleicht noch etwas unüberschaubar ist.

Wo kommen diese Geschenke plötzlich her?

Im letzten Jahr haben wir unseren ersten spielzeug- und Süßkramfreien Adventskalender ausprobiert und es war toll. Wir hatten schon vor dem ersten Dezember unseren Weihnachtsbaum gekauft (sonst immer erst kurz vor Weihnachten und dann hatten wir ihn so schnell über, deshalb wollten wir ihn diesmal länger genießen) und daran 24 Päckchen gehängt. In den Päckchen war ganz einfach unser Weihnachtsbaumschmuck. Die Kinder packten also jeden Tag eines aus und durften den Inhalt an den Baum hängen. Am 24. gab es natürlich die Spitze. Zusätzlich (wir hatten Angst es sei „zu wenig“…!!!) hatten wir einen Geschichtenkalender gekauft. Jeden Morgen konnten sie eine Seite umblättern und eine fortlaufende Geschichte wurde weitererzählt.

Sie haben nie nach Geschenken gefragt.

Unser Adventskalender in diesem Jahr

Unser Plan für dieses Jahr vor der Entscheidung zum spielzeugfreien Kinderzimmer sah soh aus: Durch Zufall hatte ich vor einigen Wochen in einem Lädchen einen kleinen Zettel-Adventskalender entdeckt und spontan mitgenommen, sozusagen als Gedankenstütze.

IMG_20151120_094545Die Idee ist, jeden Tag etwas à la „Heute darfst du…“, „Heute mach ich für dich…“ einzutragen. Da die Wortwahl nicht so gut zu unserer Familie passt (so ein gnädiges Erlauben machen wir eher nicht. Was verboten ist, ist aus gutem Grund verboten. Auch in der Adventszeit, dürfen die Kinder nicht plötzlich ohne Helm fahren, auf die Straße laufen oder beim Essen auf dem Tisch rumspringen…), wollten wir auf dieser Idee aufbauend unsere eigenen Zettel basteln und darauf Aktivitäten ankündigen (auf den Weihnachtsmarkt gehen, Weihnachtsbaum schlagen, Krippe aufstellen, Kekse backen, Kuschelparty etc.). Ihr seht schon: Dinge, die wir sowieso machen würden ;). So würden wir die Tage runterzählen, schöne Zeit miteinander verbringen , hätten nichts was geteilt oder ausgesucht werden muss und würden hoffentlich eine wirklich besinnliche Weihnachtszeit verbringen.

Im Zuge unserer Überlegungen zur Spielzeugreduktion und den wirklich schönen, bisher spürbaren Effekten (mehr Ruhe und Fokus, weniger Streit, kreativeres Spiel) haben wir aber beschlossen, den Adventskalender dieses Jahr auch auf das Wesentliche zu reduzieren. Das Wesentlich für uns bedeutet: Tage zählen und den Zauber der Weihnachtszeit genießen. Wir haben eine große Kerze, die jeden Tag ein Stück weiter herunterbrennt und so jeden verflossenen Tag sichtbar macht. Und wir werden wieder jeden Morgen eine Geschichte (dieses Jahr Weihnachtsgeschichten von unserer Lieblingsschriftstellerin Astrid Lindgren) bei Kerzenschein am Frühstückstisch lesen.

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Denn das ist es, was unsere Kinder am allerschönsten in der ganzen Advents- und Weihnachtszeit finden: Kerzen, Teetrinken am Adventskranz, Vorlesen, Kuscheln bei Kerzenschein, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt und die (Vor-) Freude auf und über diese zauberhafte Jahreszeit.

Weitere Ideen für spielzeugfreie Adventskalender

  • Eine sehr schöne Idee, bei der auch das gemeinsame sinnliche Erleben der Weihnachtszeit im Vordergrund steht, ist diese hier von Naturmama: Sie hat Märchentitel oder Gedichte auf kleine Zettelchen in Walnüssen versteckt und die Familie mit drei Kindern wird jeden Tag ein Märchen / Gedicht lesen.Das kann man genauso gut mit Lieder machen oder Spielen oder, oder, oder…
  • Bei Einfach klein gab es neulich den Adventskalender „Heute hab ich Zeit für Dich!“ zu gewinnen, der natürlich auch käuflich zu erwerben ist: http://www.briefgestoeber.de/shop/ratgeber-familie/
  • Der gute alte Schokoladen-Adventskalender ist auch kein Teufelswerk. Wenn es bei dem Ministückchen Schokolade bleibt, ist es eine sehr schöne Art, sich den Advent zu versüßen. Hier gibt es sogar einen veganen Adventskalender ohne Zucker: http://www.zukono.de/plamil-xylit-schokolade-adventskalender.html.
  • Und nicht zuletzt: Der Bildchenkalender. Möglicherweise der älteste und auch mit einem ganz besonderen Zauber.

Übrigens: Es ist meiner Meinung nach wirklich nicht nötig, schon bei Einjährigen mit einem Adventskalender zu beginnen (gleiches gilt übrigens für Geburtstagsfeiern, doch dieses Lied singen wir an einem anderen Tag). Bei uns hätte es locker genügt, mit 3 oder 4 Jahren damit anzufangen (bei jüngeren Geschwistern ist das natürlich etwas anderes).

Wie begeht ihr die Adventszeit? Orientiert ihr euch an eigenen Erinnerungen oder seid ihr dabei,  ganz neue Familientraditionen zu schaffen,  an die sich  eure Kinder später liebevoll zurückerinnern werden?

Was tun mit den Schenkenden?

Brief-Großeltern

Spielzeugfrei ist ja schön und gut im Mikrokosmos Familie. Weihnachten ist auch händelbar, so unter uns. Aber wir sind nicht allein auf der Welt, es gibt viele liebe Menschen, die uns und vor allem den Kindern so gerne eine Freude machen – und dies bringen sie meistens in Form von kleinen und größeren Geschenken mit. Die „abgeschwächte“ Form davon ist Süßkram. Der liegt zwar nachher nicht rum aber dem Zucker stehen wir ja auch sehr kritisch gegenüber.

Es steckt natürlich, wie immer, noch viel mehr dahinter. Die Kinder haben z.B. schnell eine Erwartungshaltung entwickelt, wenn ihr Patenonkel oder enge Freunde der Familie, die wir nur selten sehen, uns besuchen kommen. „Hast du uns was mitgebracht…???“ heißt es dann kurz nach dem Hallo. Verständlich, denn es wird tatsächlich immer etwas mitgebracht. Die Kinder freuen sich aber natürlich auf den Menschen. Vorher heißt es tagelang „Wann kommt K.?“, „Wieviel mal schlafen noch, bis L. uns besucht?“. Nie fragen sie „Was bringen uns M. und A. wohl mit?“. Besuch bedeutet Freude, gutes Essen, viel Lachen und Extraportionen Vorlesen, Spielplatz und Kuscheln. Wozu dann noch das Playmomännchen? Wozu die Haribotüte am Geschenk?

Bei uns sind die größten Schenker die Großeltern. Wir wollten noch nie, dass unsere Kinder im Spielzeug ertrinken und besonders die Kleinigkeiten („Ist doch nur eine Kleinigkeit“) sind besonders schwer zu vermeiden. Obwohl wir immer wieder gesagt haben, dass wir den Kindern nicht so viel schenken möchten, dass sich jeder doch bitte auf maximal ein Geschenk beschränken möge, kamen immer wieder viele Geschenke, ungefragte Geschenke, zusammen mit Klimbim, Keksen und Dingelchen, die nachher im Zimmer herumflogen. Einfach nur mit freundlichen Hinweisen scheint es nicht zu gehen. Daher haben wir den internetfernen Großeltern nun einen Brief geschrieben und bauen darauf, dass unsere Freunde den Blog lesen und unseren Ernst bei der Sache dadurch mitbekommen.

In dem Brief haben wir unsere Beweggründe erläutert und dabei in den Vordergrund gestellt, dass wir uns für die Kinder wünschen, unabhängig aufzuwachsen und sich nicht über ihren Besitz zu definieren. Dass es schwer fällt, ist uns klar. Erstens ist es Gewohnheit, zweitens möchten sie die unmittelbare Rückmeldung der Kinder (Freude, Dankesrufe, Umarmungen, strahlende Gesichter) natürlich auch nicht missen. Die gleichen Reaktionen gibt es aber auch beim Spielplatzbesuch, beim Toben mit Opa, beim Vorlesen mit Oma (ja, das ist so klar verteilt…). Wir geben uns allen also etwas Zeit uns daran zu gewöhnen.

Wir haben es diesmal schriftlich gemacht, um der Bitte mehr Gewicht zu verleihen, Missverständnisse zu vermeiden und es ein für allemal vom Tisch zu haben. Das muss natürlich jeder für sich entscheiden, je nachdem welcher Art die Beziehung zu den Schenkenden ist, ist natürlich auch oft eine klare (mündliche) Ansage ausreichen. Geht es um konkrete Anlässe wie Geburtstage, wird ja meistens nach den Wünschen gefragt. Hier kann man ganz direkt reagieren und antworten. Zu M.s erstem Weihnachten hat z.B. meine Cousine gefragt, was wir uns für ihn wünschen. Wir wünschten uns Bastelsachen und bekommen haben wir eine wunderschöne Holzkiste, in die sie mit Lötkolben „M.s Bastelkiste“ eingebrannt hatte, gefüllt mit schönen, ökologischen Bastelsachen von Kleber über Knete und Wachsmalstiften zu Transparentpapier. Ein traumhaftes Geschenk, das bis heute in Benutzung ist und immer wieder liebe Gedanken an die Schenkerin weckt. Eine selbstgebaute Holztruhe vom Opa war auch sehr ge- und erwünscht, genauso wie Fahrräder etc., die man gut mit mehreren zusammen schenken kann.

Gut ist es, noch ein paar Schlupflöcher, also dauerhafte Alternativen, parat zu haben, wenn jemand wirklich gar nicht mit leeren Händen kommen mag und nicht extra vorher nach Wünschen fragt. Das sind bei uns an erster Stelle Zeit – also Ausflüge mit den Kindern, Spielplatzbesuche, Museum, Zoo usw., außerdem (gewünschte) Bücher, Bastelmaterialien (die wir immer brauchen, die sich verbrauchen) wie Blöcke, Ausmalbilder, Klebestifte usw. und, im Süßigkeitenbereich, Trockenobst (z.B. Apfelringe, die kaufen wir selten weil sie so teuer sind…).

Als kleine Inspiration könnt ihr hier Auszüge aus unserem „Großelternbrief“ lesen:

„Liebe Großeltern,

wie ihr ja alle schon mitbekommen habt, sind wir gerade dabei, einige Dinge in unserer Familie zu ändern. Das erste ist die Menge (Flut!) an Spielzeug, das die Kinder überwältigt und völlig kirre macht.
Wir haben, zusammen mit M. und E., in den letzten Tagen das Kinderzimmer komplett leer geräumt. ALLES SPielzeug ist jetzt in Kisten verstaut und außer Reich- und Sichtweite. Die Kinder haben sich jeder eine Sache ausgesucht (aktuell E.s Babypuppe und die Duplosteine), die sie behalten wollten. Sie durften jeder drei, wollten aber nur eins… Außerdem sind die weichen großen Bausteine und die Tobematte noch da, ihre Schreibtische mit einer überschaubaren Menge an Stiften und Bastelsachen und die Verkleidungskiste.
Die Vereinbarung ist, dass sie immer eine Sache gegen eine andere tauschen können, wenn es ihnen langweilig wird damit.
So hoffen wir, dass wesentlich mehr Ruhe ins Spiel und in unseren Alltag kommt und wir mehr schöne Zeit haben und nicht so viel Zeit fürs Aufräumen vergeuden müssen. Denn das ist in letzter Zeit unüberschaubar geworden.
Als zweiten Schritt zieht dies natürlich nach sich, dass auch nicht so viel nachkommt. Wir wünschen uns von euch, dass ihr diesen Wunsch respektiert und bitte NICHTS mehr schenkt. Bei Besuchen freuen sich die Kinder über euch – sie brauchen dann nicht noch Geschenke, Süßigkeiten und Kleinkram. 
Für Weihnachten bedeutet das:
E. und M. bekommen von uns einige wenige Geschenke, die sie sich gewünscht haben bzw. brauchen.
Wir wären sehr glücklich, wenn es bei diesen Dingen bleiben würde. Sehr gerne könnt ihr euch daran beteiligen. Wir können auch gerne einfach alles zusammen schenken und dieses starre Zuordnen (das ist von dem, das ist von dem) lassen. Im gleichen Zug würden wir euch bitten, den Kindern Dinge möglichst gemeinsam zu schenken (Roller, Lego, Bücher etc.). Wir haben so viel Streit wegen „mein und dein“ und sie haben schon genug, was eindeutig zugeordnet ist.
Uns als Familie schenken wir zu Weihnachten Zeit in Form von Ausflügen und/oder Ferien. Auch der Adventskalender wird ohne Geschenke auskommen.
L. und ich wünschen uns damit einhergehend auch nichts – wir machen das mit den Kindern zusammen :).“
Wie unser Adventskalender dieses Jahr aussieht, erfahrt ihr bald hier im Blog!

Die eigene Hemmschwelle

Ich kenne so gut wie keine Eltern, die nicht über die Menge an Spielzeug im Kinderzimmer stöhnen. Es wäre theoretisch ein Leichtes, das zu reduzieren. Niemand sagt bei der Geburt seines Babys „So, lasst uns Spielzeug kaufen, dieses Kind soll ALLES haben“. Zu Beginn haben viele den gleichen Plan – einige schöne Dinge für das Kind, mit denen sich möglichst vielseitig spielen lässt. Dann bekommt man einiges geschenkt, was man nicht einfach ablehnen mag. Man sieht selbst Schönes, was man gerne fürs Kind hätte. Und dann fängt das Kind irgendwann auch an, sich selbst Dinge zu wünschen. Bumm, das Kinderzimmer ist voll und das Kind ist erst 4, 5 oder 6.

Wieso fällt es uns so schwer,  unsere Kinder ohne (bzw. mit wenig) Spielzeug aufwachsen zu lassen? Unsere eigenen Wünsche spielen dabei sicher eine große Rolle. Bei mir sind es z. B. Erinnerungen an eigenes Spielzeug und ich möchte, dass die Kinder genau so viel Spaß damit haben. Dass sie ganz andere Interessen haben (und in einem ganz anderen Alter sind), lasse ich dabei außer acht. Und so stehen im Kinderzimmer Puppenküche und Schleichtiere – die unsere Kinder so gar nicht interessieren.

Wir möchten unseren Kindern ein wunderschönes Leben ermöglichen. Wir sehen sie weniger als uns lieb wäre, weil wir so viel arbeiten müssen und sie in die KiTa gehen. Wir möchten, dass es ihnen an nichts fehlt. Alle haben Spielzeug, es wäre doch gemein, wenn unsere keins (oder weniger) hätten! Kinder müssen spielen, dafür brauchen sie Spielzeug, oder? Ganz am Anfang kommt sicherlich auch hinzu, dass man jeden neuen Entwicklungsschritt des Babys erwartet und nach Kräften unterstützen möchte – und die Mär, dass dies nur mit dem richtigen Greifling / Spielzeug möglich sei, verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Und außerdem ist es doch soooo niedlich / pädagogisch wertvoll / teuer gewesen / vom lieben Menschen geschenkt…

Es gibt einige Dinge, die wir unseren Kindern geben, obwohl sie eigentlich ungesund sind. Zucker zum Beispiel. Zu viel Spielzeug. Andere Dinge, die ungesund sind, würden wir ihnen niemals geben: Alkohol, Zigaretten, Honig für Babys. Wie kommt das? Ist es das Gruppengefühl? Zucker ist doch so lecker, ab und zu wird schon nicht schaden… ALLE geben ihren Kindern Süßigkeiten, das kann nicht so schlimm sein. Klingt ähnlich, wie die Spielzeuggründe, oder?

Wenn wir uns nun einfach ähnliche Maxime wie beim Alkohol für Kinder (definitiv ungesund, niemals für Kinder) aneignen würden, würde sich die Frage gar nicht mehr stellen. Beim Spielzeug ist das nicht ganz so einfach, denn je nach den Gegebenheiten zuhause brauchen die Kinder schon etwas an Material zum Spielen – ohne Garten und die Möglichkeit, (alleine) nach draußen zu gehen, stellen sich schon andere Ansprüche ans Kinderzimmer. Aber es wäre durchaus möglich zu reduzieren z. B. auf

  • einige verschieden große Tücher und Decken zum Verkleiden und Höhlen bauen
  • Bausteine
  • Bastelmaterial (unsere Kinder basteln so gut wie alles aus Papier – Schmuck, Flugzeuge, Drachen, Pferd und Reiter, Schnee, Geld…)
  • etwas Puppenähnliches

Diese Liste gilt für uns, mit geringen Adaptionen könnte man sie aber sicher für jedes Kind und Alter passend machen.

Ja, man muss sicherlich selbst dann etwas mehr Engagement zeigen – je nach Alter beim Basteln helfen und Material zugänglich machen, die eigenen Küchenutensilien rausgeben, Vorlesen, Rausgehen. Die Kreativität, die die Kinder an den Tag legen, sobald nicht alles in mundgerechten Häppchen vor ihnen und um sie herum liegt, ist allerdings erstaunlich und jeden „Aufwand“ wert.

Spielzeugfrei – oder spielzeugreduziert – erfordert ein Umdenken. Nicht ETWAS schenken, sondern Zeit schenken. Nicht „geh spielen“, sondern -Du willst Prinzessin sein? Was könnten wir als Umhang/Kleid nehmen? Eine Krone basteln… Mamas hochhackige Schuhe ausnahmsweise ausleihen…-
Was noch ganz toll und einfach ist: Seltenheitswert. Sobald wir etwas nur ganz selten machen, erhebt es sich aus der Normalität und ist es dann ein großes Erlebnis.

Nicht zuletzt können wir uns vor Augen halten, dass Kinder die Welt noch ganz anders sehen als wir. Für sie steckt in vielem eine große Faszination, was für uns völlig normal ist. Nachts rausgehen und Sterne ansehen – für unsere Kinder ein Fest. Kerzen anzünden in der ganzen Wohnung. Als ganze Familie zusammen auf dem Sofa kuscheln und vorlesen oder einen Film sehen (wird bei uns unter „Kuschelparty“ geführt. Dazu gehört allerdings noch Popcorn.)

Was ich jedem nur raten kann: Einfach mal ausprobieren (bzw. an Babyeltern: gar nicht erst anfangen). Wir haben die Entscheidung lange vor uns hergeschoben und dann war es plötzlich so einfach und ging so schnell. Es braucht keinen großen Keller oder Dachboden. Das Spielzeug in Kisten verpacken und oben auf dem Schrank deponieren. Oder in einem anderen Zimmer. Bei uns stehen die Kisten ganz sichtbar im Kinderzimmer – aber die Kinder sehen sie überhaupt nicht bzw. fragen nicht danach. Es muss also gar keine große Aktion sein.

Im größeren Stil braucht es braucht natürlich etwas Unterstützung von der (schenkenden) Umwelt. Aber darum geht es im nächsten Artikel!

Spielzeug der Woche (22.11.15)

Heute haben die Kinder ihr ausgewähltes Spielzeug überarbeitet und eingetauscht.

Die beiden  waren gestern mit bei mir im Laden und konnten sich beim Gehen nicht vom großen Grimm’s Regenbogen trennen,  den wir dort relativ neu haben. Im Tausch gegen die Duplosteine durfte er leihweise mit nach Hause und es ist wirklich beeindruckend,  was M. daraus baut. Als Ergänzung hat er sich noch einige Matchboxautos dazu gewählt und die Holzbausteine.

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E. bleibt sich und ihren Puppen treu und hat ihre drei Liebsten um sich versammelt:

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Zum Abschluss haben wir noch das Bücherregal am Bett neu bestückt,  die durchgelesen Bücher ins Flurregal aussortiert,  geliehene zurückgegeben, Dauerbrenner (es geht einfach nicht ohne Hexe Lisbeth) durften bleiben.

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Das Ganze kann ich hier übrigens deshalb so ausführlich mitten am Tage posten,  weil die Kinder lieber draußen spielen…  Seit gestern planen Sie eine Schneeparty,  haben „Schnee“ geschnipselt,  Einladungen geschrieben und sind vor einer Stunde warm eingepackt mit Brettchen und Kuchenformen aus der Küche im Garten verschwunden…