Spielzeugfrei schenken

Geschenke sind ein Ausdruck unserer Liebe. Wir sind damit aufgewachsen und unsere Kinder meistens auch schon. Einfach damit aufzuhören fällt also naturgemäß sehr schwer, denn dann braucht man scheinbar einen Ersatz. Feiertage wie Geburtstag oder Weihnachten müssen anderweitig gefüllt werden, Traditionen und Rituale neu erfunden. Gewohnheiten und Erwartungen können wir nicht einfach von heute auf morgen ändern.

Toll ist es natürlich, wenn man mit einem kleinen Baby sich als Familie erst findet und von vornherein erst gar nicht damit anfängt. Die meisten von uns werden sich aber erst nach und nach mit diesem Thema so weit auseinandersetzen, dass sie in Umdenken wünschen.

Wie können wir diese gewohnten Feiertage nun anders gestalten? Jeder feiert anders – das kann man sich zunutze machen um den Kindern sich ändernde Rituale zu erklären und Vergleiche abzusschwächen (die meistens sowieso eher in den Köpfen der Eltern stattfinden als in denen der Kinder). Ein auf den Weihnachtsbaum mit Geschenken zentriertes Fest kann vielleicht eine andere Richtung einschlagen, in dem man zunächst weniger Geschenke verteilt und diese der Reihe nach verteilt und auspackt. Das Gewicht des Tages kann auf einem wunderschönen Essen liegen, gemeinsame Spiele, Vorlesen der Weihnachtsgeschichte (oder einer anderen winterlichen Geschichte), Zelebrieren des Kerzenanzündens – was ist euch am Wichtigsten und was findet ihr am schönsten am Fest – neben den Geschenken?

Bei unseren ersten Weihnachtsfesten mit Kindern waren wir schockiert von den Kindern, die in rasanter Geschwindigkeit ein Geschenk nach dem anderen aufrissen, beiseite warfen und nach dem nächsten schauten. Durch die schiere Menge verloren sie den Blick für das einzelne. Unser erster Schritt ist also, die Anzahl an Paketen einzuschränken, außerdem mehr Gemeinschaftsgeschenke zu machen. L. und ich schenken uns schon länger wenig Gegenständliches, dafür eher Reisen oder Ausflüge. Die Kinder da mit einzubeziehen funktioniert gut, da auch sie diese Zeit mit uns immer sehr lieben.

Wir haben ein bisschen Ideen gesammelt, falls ihr noch nicht so richtig wisst, wie ihr die Päckchen unterm Baum ersetzen könnt oder wenn ihr noch Ideen für Großeltern u. ä. braucht:

Zeit
Ein Tag KiTa-frei. Ein schöneres Geschenk können wir unseren Kindern tatsächlich nicht machen. Mittagskind. Ein Tag nur mit Mama/Papa. Je nach Alter der Kinder ist die gemeinsame exklusive Zeit etwas wirklich besonderes (ein Dreijähriges wird das noch nicht so wirklich mitkriegen).

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Ausflüge / Aktivitäten
Wir waren schon lange nicht mehr im Zoo. Wir lieben den Wildpark Schorfheide. Unsere Kinder flippen aus, wenn wir zum Schwimmen ins Wellenbad fahren…
Andere gehen gern ins Theater, je nach Alter vielleicht auch ins Kino.
Ein gemeinsamer Filmabend oder Kuschelabend mit Vorlesegeschichte und Popcorn. Keksebacken. Grillen. Lagerfeuer mit Stockbrot. Eine Radtour in den Streichelzoo. Ein Tag nur mit Mama/Papa. Auf den Spielplatz mit Oma und Opa. Drachensteigen gehen mit dem Patenonkel.
Was macht eure Familie glücklich?

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Kurse (z.B. Ballett, Sportkurs, Musikunterricht…)
Hier bitte auf jeden Fall auf den Wunsch warten, denn wenn das Kind das nicht von Herzen will, dann ist es auch nicht wirklich ein Geschenk…
Das eignet sich übrigens auch wirklich gut für Großeltern :).

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Fotoalben
Unsere Kinder LIEBEN Fotoalben. Wir machen jedes Jahr ein Fotobuch aus dem vorvergangenen Jahr (übrigens immer mein Weihnachtsgeschenk an die Familie). Das aus ihrem Geburtsjahr lieben sie jeweils besonders und ziehen es sich öfter allein aus dem Regal um es anzuschauen. M. hat als Baby ein kleines Einsteckalbum mit Fotos von lieben Menschen von uns bekommen, wir haben damit immer die Namen mit ihm geübt. Das schauen sich die Kinder immer noch gerne an und erweitern es mit neuen Fotos.

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Bastelmaterial, Verbrauchsgegenstände

  • Stifte, Kleber, Papiere, Blöcke
  • „Besondere“ Materialien (wir wünschen uns dieses Jahr z.B. Perlenmaker zum Verzieren von Steinen oder Holzschachteln…)
  • Bügelperlen (da gibt es auch wirklich tolle Vorlagen für. Unsere Neujahrskarten letztes Jahr bestanden aus gebügelperlten Buchstaben – toll für Kinder, die sich mit Buchstaben und Lesen beschäftigen)
  • Kerzen, Motivseife…

Essen

  • Trockenobst
  • Selbstgebackene Kekse
  • Essen gehen (wenn eure Kinder und ihr das mögen)
  • Lieblingsessen kochen (zusammen?)

Momentan wimmelt das Internet von Geschenkideen, die man nicht kaufen kann – ihr findet sicherlich auch das passende für euch. Vielleicht habt ihr auch noch tolle Ideen, die ihr hier mit aufgeführt sehen möchtet?

Wir sind gespannt!

 

 

3 Gedanken zu “Spielzeugfrei schenken

  1. Wie macht ihr es, wenn ihr eingeladen seid? Berücksichtigt ihr die Wünsche der anderen oder versucht ihr da auch Alternativen zu finden? Wir hatten gerade den Fall, dass wir auf einem Kindergeburtstag waren und sich das Mädchen nur Sachen von „Anna&Elsa“ gewünscht hat. Ich wollte erst nichts davon schenken, weil sie schon sooooo viel hat, hab dann aber auf Wunsch meiner Tocher doch was gekauft (Tattoos, immerhin „Verbrauchsmaterialien :D). Da dachte ich mir aber, dass es irgendwie ungerecht ist, wenn sich meine Kinder etwas wünschen und es nicht bekommen, weil es in meinen Augen unnützes Zeug ist, aber ihre Freunde von uns dieses Zeug kriegen…

    1. Liebe Anne, da würde ich die Wünsche respektieren. Spielzeugfrei oder Minimalismus ist ja eure Entscheidung für Eure Familie – andere halten es da anders und es ist auch nicht deine Aufgabe, da zu missionieren . Dann würde ich mir auch, wie du, das raussuchen was am ehesten zu uns passt. Tattoos, Mal ich o. ä… Anders ist es, wenn keine konkreten Wünsche genannt werden… Dann kannst du dich austoben!!!

      LG, Paula

  2. Vielen Dank für Eure Ideen! Das mit dem Fotobuch ist eine tolle Idee und die werde ich bestimmt auch umsetzen. Habt vielen Dank für die Inspirationen. Ich folge Euch in jedem Fall weiter, da ich noch recht neu in der Materie bin und nun versuche, mit Kindern zu reduzieren (was sich als Herausforderung herausgestellt hat… 😀 )

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