Advent, Advent…

Unseren Adventskranz haben wir schon seit ein paar Tagen auf dem Küchentisch stehen und seitdem freuen sich die Kinder auf das Anzünden der ersten Kerze. Beide sind schon geübt im Umgehen mit Streichhölzern und so dürfen sie abwechselnd anzünden und lieben die Zeremonie. Bei unserem Sohn ist Zeit, Uhrzeit und Kalender sowieso gerade großes Thema, er freut sich sehr über das Herunterzählen bis Weihnachten (er fragt schon seit ca. 78 Tagen) und die vier Kerzen, die die vier Wochen darstellen.

Gestern haben wir die Weihnachtskarte hervorgeholt und die Wohnung geschmückt,  etwas gebastelt hatten wir dieses Jahr auch schon.

Es ist schön zu sehen, wie den Kindern unsere „Adventselemente“ der letzten Jahre wieder einfallen – Weihnachtsbaum schlagen, auf den Weihnachtsmarkt gehen, Plätzchen backen, Adventsteetrinken, Punsch kochen,  Lieder singen… Das macht für sie die Adventszeit aus.

Auch der Adventskalender kam zur Sprache und die Erinnerung hat mich wirklich überrascht. Ich habe ja im letzten Beitrag beschrieben, wie unsere Adventskalender bisher aussahen. Woran M. sich nun erinnert, sind aber Bilder (die wir so noch nie hatten) und „da war auch mal eine Kette mit kleinen Päckchen, da waren Lebkuchen drin. Und ein Sticker!“ – also tatsächlich die „allerkleinsten“ Geschenke, die wir je hineingetan haben. So fällt es uns Erwachsenen natürlich wesentlich leichter, den Kalender dieses Jahr komplett Dingfrei zu gestalten.

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Heute morgen haben wir dann also die erste Kerze auf dem Adventskalender entzündet und mit den Kindern überlegt, was Advent bedeutet – dass die „Ankunft des Herrn“, die Geburt Jesu vorbereitet wird.  Unsere Kinder gehen in einen evangelischen Kindergarten, sind also wesentlich bibelfester als wir selbst und kennen viele Geschichten schon –  die Weihnachtsgeschichte sowieso. Heute morgen haben wir aber auch über das (vorreligiöse) Lichtenstein gesprochen,  das an Weihnachten ursprünglich gefeiert wurde und das den Kindern auch  sehr einleuchtend schien. Etwas Licht in die dunkle Jahreszeit bringen, mit dem Weihnachtsschmuck etwas Glanz in das verregnete Grau des nahenden Winters….

Unsere Tochter sollte mit dem Kinderchor auch  im Adventsgottesdienst heute singen. Sie hat es sich  angesichts der gut besuchten Kirche dann doch noch anders überlegt,  aber auch so war der Gottesdienst eine schöne Einstimmung auf die kommende Zeit.

Und was macht das spielzeugfreie Kinderzimmer? M. hat letzte Woche seine Legokiste geholt und baut seitdem hochkonzentriert und sehr viel ausdauernder als früher. Sonst ist nichts mehr in seinem Teil des Zimmers. Er hat alle Teile farblich sortiert (vorher war alles in einer Kiste zusammen –  so furchtbar viel haben wir auch noch nicht).

E. bleibt dem Rollenspiel treu,  bastelt und malt und baut auch mit,  das ist relativ neu. Bei ihr im Zimmer sind zurzeit viele Decken und Kissen und  ihr Arztkoffer. Sehr oft haben wir auch ihren Friseurbesuch letzte Woche nachgespielt…

Der Tag war voll,  wir haben Freunde besucht und waren kaum zuhause –  die Fotos vom aktuellen Spielzeug werde ich morgen nachreichen!

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch etwas ausgemistet? In unserer Facebookgruppe Spielzeugfreies Kinderzimmer freuen wir uns über regen Austausch und  Inspirationen!

Spielzeugfreier Adventskalender

Der Adventskalender…  eine meiner liebsten Kindheitserinnerungen! Meine Mutter hat uns jedes Jahr einen wunderschönen Kalender gebastelt mit wunderbaren Kleinigkeiten. Noch heute erzählt sie von unserer Waldorfkindergartenzeiten, als sie 48 Walnüsse bruchfrei knacken, gold lackieren und dann mit Kleinigkeiten befüllen musste. Wir hatten ein paar Jahre ein Weihnachtsdorf aus nummerierten Papphäusern, mit Watteschnee dekoriert und drunter lagen die Adventsinhalte. Päckchen an langen Schnüren aufgehängt hatten wir, glaube ich, meistens. Drinnen waren Stempel, kleine Döschen, manchmal etwas „Großes“ wie Kinokarten, manchmal Süßigkeiten. Wir haben es geliebt. Mein Bruder und ich hatten, glaube ich, jeder einen. Jedenfalls kann ich mich nicht an Streit erinnern. Nur an dieses furchtbare nicht-vorher-reingucken-Dürfen.

Dann kam unser Sohn auf die Welt und im ersten Jahr (da war er drei Monate) habe ich mich noch zurückgehalten. Im nächsten Jahr hat er dann seinen ersten Adventskalender bekommen – ein Steckspiel, von dem er Tag für Tag ein Teil bekam. Er hat natürlich die Bedeutung überhaupt nicht verstanden (und ehrlich gesagt auch mit dem Steckspiel nie gespielt). Dann kam seine Schwester auf die Welt und seitdem stehen wir jedes Jahr vor Entscheidungen wie

  • ein gemeinsamer Kalender oder für jeden einen?
  • Welche Kleinigkeiten können rein, die nachher nicht nur im Zimmer rumfliegen?
  • Wie befüllen wir ihn ohne uns finanziell zu ruinieren?
  • Wie vermeiden wir Streit und es bekommt trotzdem jeder, was ihm Freude macht?
  • Muss es wirklich in der Weihnachtszeit jeden Tag ein Geschenk oder Süßkram geben?

Egal wie wir uns entschieden haben, die Kinder geiferten auf die Geschenke, stritten sich darum, wer das Päckchen abschneiden / Tütchen oder Türchen öffnen durfte, wer welche Farbe bekam und waren generell ab Mitte November unausstehlich durch die ständige Zuckerzufuhr. Am Nikolaustag bekamen sie von uns einen moderat gefüllen Nikolausstiefel, in der KiTa nochmal einen Schokoweihnachtsmann und Klein-Schokolade, an der Türklinke hing eine Süßigkeitentüte von der Nachbarin und dann kam auch noch ein Nikolauspaket (PAKET!) von den Großeltern. Nikolaus – nicht Weihnachten! Wir waren alle etwas geplättet. Letztes Jahr entschlossen wir uns, nicht länger mitzumachen und zurückzurudern.

Der Adventskalender ist doch ursprünglich dafür da gewesen, die Zeit bis Weihnachten sichtbar zu machen. Jeden Tag ein Türchen öffnen – und waren dahinter nicht mal Bildchen? Ein kleines Stück Schokolade? Den Kalender sozusagen greifbar machen für Kinder, die noch nicht wirklich ein Zeitgefühl haben. Für die „noch 24 Mal schlafen“ vielleicht noch etwas unüberschaubar ist.

Wo kommen diese Geschenke plötzlich her?

Im letzten Jahr haben wir unseren ersten spielzeug- und Süßkramfreien Adventskalender ausprobiert und es war toll. Wir hatten schon vor dem ersten Dezember unseren Weihnachtsbaum gekauft (sonst immer erst kurz vor Weihnachten und dann hatten wir ihn so schnell über, deshalb wollten wir ihn diesmal länger genießen) und daran 24 Päckchen gehängt. In den Päckchen war ganz einfach unser Weihnachtsbaumschmuck. Die Kinder packten also jeden Tag eines aus und durften den Inhalt an den Baum hängen. Am 24. gab es natürlich die Spitze. Zusätzlich (wir hatten Angst es sei „zu wenig“…!!!) hatten wir einen Geschichtenkalender gekauft. Jeden Morgen konnten sie eine Seite umblättern und eine fortlaufende Geschichte wurde weitererzählt.

Sie haben nie nach Geschenken gefragt.

Unser Adventskalender in diesem Jahr

Unser Plan für dieses Jahr vor der Entscheidung zum spielzeugfreien Kinderzimmer sah soh aus: Durch Zufall hatte ich vor einigen Wochen in einem Lädchen einen kleinen Zettel-Adventskalender entdeckt und spontan mitgenommen, sozusagen als Gedankenstütze.

IMG_20151120_094545Die Idee ist, jeden Tag etwas à la „Heute darfst du…“, „Heute mach ich für dich…“ einzutragen. Da die Wortwahl nicht so gut zu unserer Familie passt (so ein gnädiges Erlauben machen wir eher nicht. Was verboten ist, ist aus gutem Grund verboten. Auch in der Adventszeit, dürfen die Kinder nicht plötzlich ohne Helm fahren, auf die Straße laufen oder beim Essen auf dem Tisch rumspringen…), wollten wir auf dieser Idee aufbauend unsere eigenen Zettel basteln und darauf Aktivitäten ankündigen (auf den Weihnachtsmarkt gehen, Weihnachtsbaum schlagen, Krippe aufstellen, Kekse backen, Kuschelparty etc.). Ihr seht schon: Dinge, die wir sowieso machen würden ;). So würden wir die Tage runterzählen, schöne Zeit miteinander verbringen , hätten nichts was geteilt oder ausgesucht werden muss und würden hoffentlich eine wirklich besinnliche Weihnachtszeit verbringen.

Im Zuge unserer Überlegungen zur Spielzeugreduktion und den wirklich schönen, bisher spürbaren Effekten (mehr Ruhe und Fokus, weniger Streit, kreativeres Spiel) haben wir aber beschlossen, den Adventskalender dieses Jahr auch auf das Wesentliche zu reduzieren. Das Wesentlich für uns bedeutet: Tage zählen und den Zauber der Weihnachtszeit genießen. Wir haben eine große Kerze, die jeden Tag ein Stück weiter herunterbrennt und so jeden verflossenen Tag sichtbar macht. Und wir werden wieder jeden Morgen eine Geschichte (dieses Jahr Weihnachtsgeschichten von unserer Lieblingsschriftstellerin Astrid Lindgren) bei Kerzenschein am Frühstückstisch lesen.

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Denn das ist es, was unsere Kinder am allerschönsten in der ganzen Advents- und Weihnachtszeit finden: Kerzen, Teetrinken am Adventskranz, Vorlesen, Kuscheln bei Kerzenschein, ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt und die (Vor-) Freude auf und über diese zauberhafte Jahreszeit.

Weitere Ideen für spielzeugfreie Adventskalender

  • Eine sehr schöne Idee, bei der auch das gemeinsame sinnliche Erleben der Weihnachtszeit im Vordergrund steht, ist diese hier von Naturmama: Sie hat Märchentitel oder Gedichte auf kleine Zettelchen in Walnüssen versteckt und die Familie mit drei Kindern wird jeden Tag ein Märchen / Gedicht lesen.Das kann man genauso gut mit Lieder machen oder Spielen oder, oder, oder…
  • Bei Einfach klein gab es neulich den Adventskalender „Heute hab ich Zeit für Dich!“ zu gewinnen, der natürlich auch käuflich zu erwerben ist: http://www.briefgestoeber.de/shop/ratgeber-familie/
  • Der gute alte Schokoladen-Adventskalender ist auch kein Teufelswerk. Wenn es bei dem Ministückchen Schokolade bleibt, ist es eine sehr schöne Art, sich den Advent zu versüßen. Hier gibt es sogar einen veganen Adventskalender ohne Zucker: http://www.zukono.de/plamil-xylit-schokolade-adventskalender.html.
  • Und nicht zuletzt: Der Bildchenkalender. Möglicherweise der älteste und auch mit einem ganz besonderen Zauber.

Übrigens: Es ist meiner Meinung nach wirklich nicht nötig, schon bei Einjährigen mit einem Adventskalender zu beginnen (gleiches gilt übrigens für Geburtstagsfeiern, doch dieses Lied singen wir an einem anderen Tag). Bei uns hätte es locker genügt, mit 3 oder 4 Jahren damit anzufangen (bei jüngeren Geschwistern ist das natürlich etwas anderes).

Wie begeht ihr die Adventszeit? Orientiert ihr euch an eigenen Erinnerungen oder seid ihr dabei,  ganz neue Familientraditionen zu schaffen,  an die sich  eure Kinder später liebevoll zurückerinnern werden?

Was tun mit den Schenkenden?

Brief-Großeltern

Spielzeugfrei ist ja schön und gut im Mikrokosmos Familie. Weihnachten ist auch händelbar, so unter uns. Aber wir sind nicht allein auf der Welt, es gibt viele liebe Menschen, die uns und vor allem den Kindern so gerne eine Freude machen – und dies bringen sie meistens in Form von kleinen und größeren Geschenken mit. Die „abgeschwächte“ Form davon ist Süßkram. Der liegt zwar nachher nicht rum aber dem Zucker stehen wir ja auch sehr kritisch gegenüber.

Es steckt natürlich, wie immer, noch viel mehr dahinter. Die Kinder haben z.B. schnell eine Erwartungshaltung entwickelt, wenn ihr Patenonkel oder enge Freunde der Familie, die wir nur selten sehen, uns besuchen kommen. „Hast du uns was mitgebracht…???“ heißt es dann kurz nach dem Hallo. Verständlich, denn es wird tatsächlich immer etwas mitgebracht. Die Kinder freuen sich aber natürlich auf den Menschen. Vorher heißt es tagelang „Wann kommt K.?“, „Wieviel mal schlafen noch, bis L. uns besucht?“. Nie fragen sie „Was bringen uns M. und A. wohl mit?“. Besuch bedeutet Freude, gutes Essen, viel Lachen und Extraportionen Vorlesen, Spielplatz und Kuscheln. Wozu dann noch das Playmomännchen? Wozu die Haribotüte am Geschenk?

Bei uns sind die größten Schenker die Großeltern. Wir wollten noch nie, dass unsere Kinder im Spielzeug ertrinken und besonders die Kleinigkeiten („Ist doch nur eine Kleinigkeit“) sind besonders schwer zu vermeiden. Obwohl wir immer wieder gesagt haben, dass wir den Kindern nicht so viel schenken möchten, dass sich jeder doch bitte auf maximal ein Geschenk beschränken möge, kamen immer wieder viele Geschenke, ungefragte Geschenke, zusammen mit Klimbim, Keksen und Dingelchen, die nachher im Zimmer herumflogen. Einfach nur mit freundlichen Hinweisen scheint es nicht zu gehen. Daher haben wir den internetfernen Großeltern nun einen Brief geschrieben und bauen darauf, dass unsere Freunde den Blog lesen und unseren Ernst bei der Sache dadurch mitbekommen.

In dem Brief haben wir unsere Beweggründe erläutert und dabei in den Vordergrund gestellt, dass wir uns für die Kinder wünschen, unabhängig aufzuwachsen und sich nicht über ihren Besitz zu definieren. Dass es schwer fällt, ist uns klar. Erstens ist es Gewohnheit, zweitens möchten sie die unmittelbare Rückmeldung der Kinder (Freude, Dankesrufe, Umarmungen, strahlende Gesichter) natürlich auch nicht missen. Die gleichen Reaktionen gibt es aber auch beim Spielplatzbesuch, beim Toben mit Opa, beim Vorlesen mit Oma (ja, das ist so klar verteilt…). Wir geben uns allen also etwas Zeit uns daran zu gewöhnen.

Wir haben es diesmal schriftlich gemacht, um der Bitte mehr Gewicht zu verleihen, Missverständnisse zu vermeiden und es ein für allemal vom Tisch zu haben. Das muss natürlich jeder für sich entscheiden, je nachdem welcher Art die Beziehung zu den Schenkenden ist, ist natürlich auch oft eine klare (mündliche) Ansage ausreichen. Geht es um konkrete Anlässe wie Geburtstage, wird ja meistens nach den Wünschen gefragt. Hier kann man ganz direkt reagieren und antworten. Zu M.s erstem Weihnachten hat z.B. meine Cousine gefragt, was wir uns für ihn wünschen. Wir wünschten uns Bastelsachen und bekommen haben wir eine wunderschöne Holzkiste, in die sie mit Lötkolben „M.s Bastelkiste“ eingebrannt hatte, gefüllt mit schönen, ökologischen Bastelsachen von Kleber über Knete und Wachsmalstiften zu Transparentpapier. Ein traumhaftes Geschenk, das bis heute in Benutzung ist und immer wieder liebe Gedanken an die Schenkerin weckt. Eine selbstgebaute Holztruhe vom Opa war auch sehr ge- und erwünscht, genauso wie Fahrräder etc., die man gut mit mehreren zusammen schenken kann.

Gut ist es, noch ein paar Schlupflöcher, also dauerhafte Alternativen, parat zu haben, wenn jemand wirklich gar nicht mit leeren Händen kommen mag und nicht extra vorher nach Wünschen fragt. Das sind bei uns an erster Stelle Zeit – also Ausflüge mit den Kindern, Spielplatzbesuche, Museum, Zoo usw., außerdem (gewünschte) Bücher, Bastelmaterialien (die wir immer brauchen, die sich verbrauchen) wie Blöcke, Ausmalbilder, Klebestifte usw. und, im Süßigkeitenbereich, Trockenobst (z.B. Apfelringe, die kaufen wir selten weil sie so teuer sind…).

Als kleine Inspiration könnt ihr hier Auszüge aus unserem „Großelternbrief“ lesen:

„Liebe Großeltern,

wie ihr ja alle schon mitbekommen habt, sind wir gerade dabei, einige Dinge in unserer Familie zu ändern. Das erste ist die Menge (Flut!) an Spielzeug, das die Kinder überwältigt und völlig kirre macht.
Wir haben, zusammen mit M. und E., in den letzten Tagen das Kinderzimmer komplett leer geräumt. ALLES SPielzeug ist jetzt in Kisten verstaut und außer Reich- und Sichtweite. Die Kinder haben sich jeder eine Sache ausgesucht (aktuell E.s Babypuppe und die Duplosteine), die sie behalten wollten. Sie durften jeder drei, wollten aber nur eins… Außerdem sind die weichen großen Bausteine und die Tobematte noch da, ihre Schreibtische mit einer überschaubaren Menge an Stiften und Bastelsachen und die Verkleidungskiste.
Die Vereinbarung ist, dass sie immer eine Sache gegen eine andere tauschen können, wenn es ihnen langweilig wird damit.
So hoffen wir, dass wesentlich mehr Ruhe ins Spiel und in unseren Alltag kommt und wir mehr schöne Zeit haben und nicht so viel Zeit fürs Aufräumen vergeuden müssen. Denn das ist in letzter Zeit unüberschaubar geworden.
Als zweiten Schritt zieht dies natürlich nach sich, dass auch nicht so viel nachkommt. Wir wünschen uns von euch, dass ihr diesen Wunsch respektiert und bitte NICHTS mehr schenkt. Bei Besuchen freuen sich die Kinder über euch – sie brauchen dann nicht noch Geschenke, Süßigkeiten und Kleinkram. 
Für Weihnachten bedeutet das:
E. und M. bekommen von uns einige wenige Geschenke, die sie sich gewünscht haben bzw. brauchen.
Wir wären sehr glücklich, wenn es bei diesen Dingen bleiben würde. Sehr gerne könnt ihr euch daran beteiligen. Wir können auch gerne einfach alles zusammen schenken und dieses starre Zuordnen (das ist von dem, das ist von dem) lassen. Im gleichen Zug würden wir euch bitten, den Kindern Dinge möglichst gemeinsam zu schenken (Roller, Lego, Bücher etc.). Wir haben so viel Streit wegen „mein und dein“ und sie haben schon genug, was eindeutig zugeordnet ist.
Uns als Familie schenken wir zu Weihnachten Zeit in Form von Ausflügen und/oder Ferien. Auch der Adventskalender wird ohne Geschenke auskommen.
L. und ich wünschen uns damit einhergehend auch nichts – wir machen das mit den Kindern zusammen :).“
Wie unser Adventskalender dieses Jahr aussieht, erfahrt ihr bald hier im Blog!

Die eigene Hemmschwelle

Ich kenne so gut wie keine Eltern, die nicht über die Menge an Spielzeug im Kinderzimmer stöhnen. Es wäre theoretisch ein Leichtes, das zu reduzieren. Niemand sagt bei der Geburt seines Babys „So, lasst uns Spielzeug kaufen, dieses Kind soll ALLES haben“. Zu Beginn haben viele den gleichen Plan – einige schöne Dinge für das Kind, mit denen sich möglichst vielseitig spielen lässt. Dann bekommt man einiges geschenkt, was man nicht einfach ablehnen mag. Man sieht selbst Schönes, was man gerne fürs Kind hätte. Und dann fängt das Kind irgendwann auch an, sich selbst Dinge zu wünschen. Bumm, das Kinderzimmer ist voll und das Kind ist erst 4, 5 oder 6.

Wieso fällt es uns so schwer,  unsere Kinder ohne (bzw. mit wenig) Spielzeug aufwachsen zu lassen? Unsere eigenen Wünsche spielen dabei sicher eine große Rolle. Bei mir sind es z. B. Erinnerungen an eigenes Spielzeug und ich möchte, dass die Kinder genau so viel Spaß damit haben. Dass sie ganz andere Interessen haben (und in einem ganz anderen Alter sind), lasse ich dabei außer acht. Und so stehen im Kinderzimmer Puppenküche und Schleichtiere – die unsere Kinder so gar nicht interessieren.

Wir möchten unseren Kindern ein wunderschönes Leben ermöglichen. Wir sehen sie weniger als uns lieb wäre, weil wir so viel arbeiten müssen und sie in die KiTa gehen. Wir möchten, dass es ihnen an nichts fehlt. Alle haben Spielzeug, es wäre doch gemein, wenn unsere keins (oder weniger) hätten! Kinder müssen spielen, dafür brauchen sie Spielzeug, oder? Ganz am Anfang kommt sicherlich auch hinzu, dass man jeden neuen Entwicklungsschritt des Babys erwartet und nach Kräften unterstützen möchte – und die Mär, dass dies nur mit dem richtigen Greifling / Spielzeug möglich sei, verfolgt uns auf Schritt und Tritt. Und außerdem ist es doch soooo niedlich / pädagogisch wertvoll / teuer gewesen / vom lieben Menschen geschenkt…

Es gibt einige Dinge, die wir unseren Kindern geben, obwohl sie eigentlich ungesund sind. Zucker zum Beispiel. Zu viel Spielzeug. Andere Dinge, die ungesund sind, würden wir ihnen niemals geben: Alkohol, Zigaretten, Honig für Babys. Wie kommt das? Ist es das Gruppengefühl? Zucker ist doch so lecker, ab und zu wird schon nicht schaden… ALLE geben ihren Kindern Süßigkeiten, das kann nicht so schlimm sein. Klingt ähnlich, wie die Spielzeuggründe, oder?

Wenn wir uns nun einfach ähnliche Maxime wie beim Alkohol für Kinder (definitiv ungesund, niemals für Kinder) aneignen würden, würde sich die Frage gar nicht mehr stellen. Beim Spielzeug ist das nicht ganz so einfach, denn je nach den Gegebenheiten zuhause brauchen die Kinder schon etwas an Material zum Spielen – ohne Garten und die Möglichkeit, (alleine) nach draußen zu gehen, stellen sich schon andere Ansprüche ans Kinderzimmer. Aber es wäre durchaus möglich zu reduzieren z. B. auf

  • einige verschieden große Tücher und Decken zum Verkleiden und Höhlen bauen
  • Bausteine
  • Bastelmaterial (unsere Kinder basteln so gut wie alles aus Papier – Schmuck, Flugzeuge, Drachen, Pferd und Reiter, Schnee, Geld…)
  • etwas Puppenähnliches

Diese Liste gilt für uns, mit geringen Adaptionen könnte man sie aber sicher für jedes Kind und Alter passend machen.

Ja, man muss sicherlich selbst dann etwas mehr Engagement zeigen – je nach Alter beim Basteln helfen und Material zugänglich machen, die eigenen Küchenutensilien rausgeben, Vorlesen, Rausgehen. Die Kreativität, die die Kinder an den Tag legen, sobald nicht alles in mundgerechten Häppchen vor ihnen und um sie herum liegt, ist allerdings erstaunlich und jeden „Aufwand“ wert.

Spielzeugfrei – oder spielzeugreduziert – erfordert ein Umdenken. Nicht ETWAS schenken, sondern Zeit schenken. Nicht „geh spielen“, sondern -Du willst Prinzessin sein? Was könnten wir als Umhang/Kleid nehmen? Eine Krone basteln… Mamas hochhackige Schuhe ausnahmsweise ausleihen…-
Was noch ganz toll und einfach ist: Seltenheitswert. Sobald wir etwas nur ganz selten machen, erhebt es sich aus der Normalität und ist es dann ein großes Erlebnis.

Nicht zuletzt können wir uns vor Augen halten, dass Kinder die Welt noch ganz anders sehen als wir. Für sie steckt in vielem eine große Faszination, was für uns völlig normal ist. Nachts rausgehen und Sterne ansehen – für unsere Kinder ein Fest. Kerzen anzünden in der ganzen Wohnung. Als ganze Familie zusammen auf dem Sofa kuscheln und vorlesen oder einen Film sehen (wird bei uns unter „Kuschelparty“ geführt. Dazu gehört allerdings noch Popcorn.)

Was ich jedem nur raten kann: Einfach mal ausprobieren (bzw. an Babyeltern: gar nicht erst anfangen). Wir haben die Entscheidung lange vor uns hergeschoben und dann war es plötzlich so einfach und ging so schnell. Es braucht keinen großen Keller oder Dachboden. Das Spielzeug in Kisten verpacken und oben auf dem Schrank deponieren. Oder in einem anderen Zimmer. Bei uns stehen die Kisten ganz sichtbar im Kinderzimmer – aber die Kinder sehen sie überhaupt nicht bzw. fragen nicht danach. Es muss also gar keine große Aktion sein.

Im größeren Stil braucht es braucht natürlich etwas Unterstützung von der (schenkenden) Umwelt. Aber darum geht es im nächsten Artikel!

Spielzeug der Woche (22.11.15)

Heute haben die Kinder ihr ausgewähltes Spielzeug überarbeitet und eingetauscht.

Die beiden  waren gestern mit bei mir im Laden und konnten sich beim Gehen nicht vom großen Grimm’s Regenbogen trennen,  den wir dort relativ neu haben. Im Tausch gegen die Duplosteine durfte er leihweise mit nach Hause und es ist wirklich beeindruckend,  was M. daraus baut. Als Ergänzung hat er sich noch einige Matchboxautos dazu gewählt und die Holzbausteine.

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E. bleibt sich und ihren Puppen treu und hat ihre drei Liebsten um sich versammelt:

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Zum Abschluss haben wir noch das Bücherregal am Bett neu bestückt,  die durchgelesen Bücher ins Flurregal aussortiert,  geliehene zurückgegeben, Dauerbrenner (es geht einfach nicht ohne Hexe Lisbeth) durften bleiben.

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Das Ganze kann ich hier übrigens deshalb so ausführlich mitten am Tage posten,  weil die Kinder lieber draußen spielen…  Seit gestern planen Sie eine Schneeparty,  haben „Schnee“ geschnipselt,  Einladungen geschrieben und sind vor einer Stunde warm eingepackt mit Brettchen und Kuchenformen aus der Küche im Garten verschwunden…

 

 

 

 

 

Warum spielzeugfrei?

Wir haben überhaupt nichts gegen Spielzeug. Besonders L. hat sich die kindliche Freude daran sehr gut erhalten ;). Kinder sollten spielen – immer und ständig und ausschließlich. Dadurch lernen sie alles. Und natürlich brauchen sie auch etwas WOMIT sie spielen können – eben Spielzeug.

Es ist nur erstens ein sehr weiter Begriff und zweitens gibt es inwischen so unglaublich viel davon. Zu viel, unserer Meinung nach. Ich glaube, die meisten Kinder haben ein paar Sachen, die ihnen wirklich am Herzen liegen und mit denen sie viel spielen. Und dann ist da dieses ganze ZEUGS. Heiß gewünscht und nach einem Tag liegt es in der Ecke. Oder noch nicht mal heiß gewünscht – denkt an die ganzen Give Aways, die die Kinder ungefragt in die Hand gedrückt bekommen. Wie viele Luftballons bei uns herumgeflogen sind… Es sind zwei Dinge, die uns an der Spielzeuegflut stören: Dieses Zuviel irritiert die Kinder, lenkt sie ab, fördert den Konsumgedanken und Streit (Mein-Dein, der hat mehr usw.). Gleichzeitig engt es ein. Inwiefern? Ich werde jetzt etwas ausholen:

An anderer Stelle hatte ich schon geschrieben, dass wir viel kochen und selbstmachen. In letzter Zeit haben wir,  aus verschiedenen Gründen, aber versucht noch ein bisschen mehr rauszuholen und wir kaufen momentan wirklich fast nur noch Rohstoffe,  also Obst,  Gemüse,  Getreide,  Reis etc. ein und backen Brot und Brötchen selbst,  machen Nudelteig, schneiden Pommes Fries aus Kartoffeln, stellen Ketchup selbst her (bisher noch nicht so erfolgreich) und (vegane) Mayonnaise,  Apfelessig,  Fruchtaufstrich und vieles mehr. Hauptsächlich machen wir das, weil es uns Spaß macht, weil es ein schönes Gefühl ist, die Familie mit Essen zu versorgen, zu wissen, was drin ist (und was nicht!) und nach dem eigenen Geschmack kochen zu können. Aber seit wir die Reaktion unserer Kinder darauf sehen, achten wir mehr darauf,  ihnen damit auch zu zeigen,  dass wir eben nicht abhängig sind von Läden oder anderen, die uns Dinge vorgeben. Die Kinder sind nämlich begeistert,  teilweise schon fast ehrfürchtig (Mama,  wieso kannst du das alles?) und sehr interessiert. Der Ketchup war wirklich ungenießbar,  zu viel Essig. Die Reaktion der Kinder (in so einem Fall normalerweise „Iih,  schmeckt nicht,  esse ich nie wieder!“ war hier: „Oh,  dann machen wir beim nächsten Mal weniger Essig rein,  ja?“

Was hat das mit spielzeugfrei zu tun? Meiner Meinung nach steckt das gleiche Muster dahinter. Die Kinder, oder wir alle eigentlich,  sind daran gewöhnt alles in einer bestimmten Form zu bekommen. Brötchen schön fluffig (und immer gleich), das Playmo-Boot möglichst naturgetreu und unsere  Tochter,  die wirklich genug Kleider und Tücher zum Verkleiden hat,  liegt uns in den Ohren, sie bräuchte ein  Elsa-Kleid und ein Feen-Kleid und ein Elfen-Kleid und die müssen ganz genau so und so aussehen, sonst könne sie keine Elsa / Fee / Elfe sein.

Wenn man 30 Matchboxautos sein eigen nennt,  dann hat eben jedes einen ganz bestimmte Funktion,  wenn Legomännchen und – weibchen jedes eine ganz bestimmte Uniform aufgemalt haben,  dann spielen sie eben immer genau diese Rolle.

(Dazu habe ich neulich auch einen schönen Artikel gelesen, den ich gerade leider nicht wiederfinde aber hier hoffentlich bald noch verlinken kann!).

Das haben wir den Kindern leider anerzogen und wir hoffen,  wieder ein Stück zurück rudern zu können und ihnen zu vermitteln,  dass sie selbst in der Hand haben,  welches Gewürz sie ins Brot tun können und was ihr Umhang heute darstellen könnte.

Das ist kein neuer Gedanke. Genau darum geht es ja z. B. in der Waldorfphilosophie. Das berühmte Holzspielzeug (das die Eltern immer so schön finden und mit dem die Kinder nicht spielen (wenn daneben buntes,  detailgetreues Plastikspielzeug blinkt) versucht wenig vorzugeben,  am vielfältigsten einsetzbar sind wahrscheinlich Bausteine.

Wir hatten uns das alles so schön ausgemalt,  als das erste Kind klein war. Handverlesenes, pädagogisch wertvolles Holzspielzeug, übersichtlich und fürs Kind leicht erreichbar verstaut…  Aber dann kam die KiTa,  mein Zweijähriger sagte plötzlich „Guck mal, ich bin Baidermän“, von Cousinen und Freunden mit älteren Kindern gab es Spielzeug vererbt, von Großeltern wurde geschenkt und das alles hatte wenig mit unserem Plan zu tun. Und dann gab es, wie gesagt, auch noch das Spielzeug, das eigentlich mein Mann und ich schön fanden…

Darum also unser spielzeugfreies Kinderzimmer – das ja, es wird euch aufgefallen sein – gar nicht spielzeugfrei ist! Nur extrem spielzeugreduziert. Und, ehrlich gesagt, bisher hat sich für die Kinder eigentlich nicht viel verändert. Sie spielen weiterhin mit Bausteinen (momentan eben Duplo) und Puppen. Nur das ganze ablenkende Drumherum fehlt (keinem). Sie haben mehr Platz. Sie bauen groß und nutzen alles, was ihnen zur Verfügung steht.

Wie alles begann

Wer kennt das nicht, beim Schritt ins Kinderzimmer trifft einen der Schlag und man kann gar nicht anders, der typische Eltern-Satz „Wie sieht’s denn HIER aus?????“ erklingt aus dem eigenen Mund. So wollte ich doch gar nicht werden!

Die Kinder hatten erstmal kein großes Problem damit. Hindernissen gingen sie aus dem Weg (auch 30-Mal hintereinander) statt sie wegzuräumen. Meine Tochter, die sich mindestens drei Mal am Tag umzieht, ließ alle Klamotten einfach liegen. Papierschnipsel wohin das Auge sah. Überall Staub und Dreck, weil ich mit dem Staubsauger einfach so selten reinkam. Denn, und das war das Hauptproblem: Ich hasse Aufräumen. Mein Mann hat sich ca. ein Mal im Monat im Kinderzimmer eingeschlossen und hingebungsvoll stundenlang alles sortiert und weggeräumt. Nach so einer Aktion fragte meine Tochter (4 Jahre) dann mal „Mama, sind wir umgezogen?“. Für das abendliche Aufräumen war eher ich zuständig und Ich. Habe. Es. Gehasst. Ich hab schon genug mit dem Rest der Wohnung zu tun. Ein Zimmer nach dem anderen und wenn das letzte (wir haben nur 3 Zimmer, Küche und Bad…) fertig ist, kann man im ersten schon wieder von vorne anfangen. Dafür ist mir meine Zeit zu schade und die Laune hat auch sehr gelitten (meine Laune. Aber meine Laune hat einen riesigen Einfluss auf den Rest der Familie. Also.)

In unserem Familienleben versuchen wir, den Kindern ein gutes Beispiel vorzuleben. Wir ernähren uns aus Überzeugung weitgehend vegan (aber nicht streng, denn es muss zum Leben passen). Wir achten darauf, Müll zu vermeiden und Dinge zu reparieren, statt sie wegzuschmeißen und neu zu kaufen. Wir machen sehr viel selbst (Brot, Nudeln, Kekse, Kochen sowieso) und verzichten soweit wie möglich (jetzt hört der Spaß wirklich auf) auf Zucker. Das bedeutet immer, dass wir als Erwachsene das auch machen. Wir versuchen schon lange, oft gründlich auszumisten und nicht zu viel Zeug anzusammeln. Im Kinderzimmer haben wir das nie geschafft.

Es gibt aber auch so schönes Spielzeug. Und wir wollen ja auch, dass die Kinder sich mal (mal!!!) alleine beschäftigen. Und einiges wollten wir wahrscheinlich auch wirklich eher selber haben (mein Mann und Lego… Ich und Prinzessinenkram für mein Mädchen…). Jedenfalls ging es so nicht weiter.

Diesen Artikel von Ruth Soukup von livingwellspendingless.com hatte ich schon vor längerer Zeit gelesen und seitdem immer mal wieder (sie postet ihn auch öfter :)) und war fasziniert. Ruth hat eines Tages nach wiederholter Aufräumverweigerung ihrer Töchter, alles Zeugs aus dem Kinderzimmer geräumt und bisher haben sie es nicht wiederbekommen (und auch nicht vermisst). Das liest sich so schön. Die Auswirkungen auf die Kinder – das wollte ich auch für uns! Aber es hat schon gedauert, bis ich tatsächlich so weit war.

Bei uns war es ein Abend nach einem langen Wochenende. Wir waren der Reihe nach alle Erkältet, jedenfalls waren wir seit 4-5 Tagen in wechselnden Konstellationen alle zuhause, ein Wochenende war auch noch dabei. Jeden Tag hatten wir mindestens eine halbe Stunde lang das Kinderzimmer aufgeräumt, nur damit es nach zehn Minuten noch schlimmer aussah als vorher. Dann konnte ich nicht mehr, habe den Kindern erklärt, wie sehr ich Aufräumen hasse (sie waren überrascht), wie viel Zeit uns das nimmt und habe ihnen den Vorschlag gemacht, einfach mal alles rauszuräumen und sie könnten sich dann etwas aussuchen, mit dem sie spielen und der Rest wird nicht weggeworfen, sondern bleibt erreichbar – nur nicht so direkt. Meine Tochter hat das nicht wirklich verstanden, sofort angefangen ihre liebsten Kuscheltiere (also alle…) um sich zu sammeln. Mein Sohn war Feuer und Flamme. „Aber guck mal, E., du spielst doch eigentlich meistens mit Monika! (Ihre Babypuppe)“. Ja, stimmt, plötzlich konnten alle anderen Puppen weg. Wir haben angefangen, alle Spielzeugkisten ordentlich zu beschriften (großer Spaß für Kinder – sind eure auch solche Tesafilm-Fetischisten?) und haben sie nach und nach auf den Flur gestellt. Da wir unser Spielzeug großteils sowieso in Kisten aufbewahren, war das gar nicht so viel Arbeit.

Die Kinder hatten jeder eine kleine Kommode, die haben wir einfach aufgeräumt, die Schubladen beschriftet und sie ins Schlafzimmer getragen und dort (Schubladen zur Wand) erstmal untergestellt (wir haben auch in unserem Schlafzimmer ein Hochbett, deshalb war Platz dafür).

Einiges haben wir auch entsorgt (Papierschnipsel, Ü-Ei-Figuren, vor hundert Jahren selbstgebasteltes, Stifte ohne Kappe…).

Dann haben wir einmal gründlich saubergemacht (da waren die Kinder in der KiTa) und die Kisten auf den großen, unbenutzten Schrank im Kinderzimmer gestellt. Und dann haben mein Mann und ich tief durchgeatmet und erstmal einen Kaffee getrunken.

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M. hatte sich die Duplosteine ausgesucht, die wollte er unten behalten. E. also ihre Puppe (mit Puppenbett und einigen Kleidungsstücken im Puppenschrank. Wir werden sehen, ob sie das wirklich braucht. Mehr wollten beide erstmal nicht. M. war auch sauer, dass sein Piratenschiff, die Ritterburg und das Baumhaus noch am gleichen Platz standen wie vorher (ganz oben auf dem Regal). Aber die waren nie das Problem und sind für die Kinder allein nicht erreichbar. Abends wollte M. dann noch ein Kuscheltier haben, außerdem hatte ich sein selbstgebautes Holzflugzeug noch mit unten gelassen (weil ich keinen Platz dafür gefunden habe…). Das waren also seine drei Dinge. E. blieb erstmal bei der Puppe.

Sie haben am ersten Nachmittag sowieso nicht mit den Sachen gespielt, sondern sich aus den großen Bausteinen und der Matte einen Tobeparcours im plötzlich so erfreulich leeren Zimmer gebaut und Hochsprung geübt (unter uns ist ein Büro, da ist abends niemand mehr, Gott sei Dank!).

Das Aufräumen abends hat drei Minuten gedauert und alle hatten gute Laune!